|
UAA Gronau Einer der verschwiegenen Teile |
![]() |
Am Anti-Kriegstag, dem 1. September, werden sich an der Urananreicherungsanlage(UAA) in Gronau mehrere hundert Menschen versammelt, um gegen die zivile" und militärische Nutzung der Atomenergie zu protestieren.
Die rot-grüne Bundesregierung , die ehemals ihren WählerInnen die schnelle Abschaltung aller Atomkraftwerke versprochen hatte, hat der Atomindustrie weitreichende Garantien gegeben:
· Die Industrie darf die durchschnittliche technische Lebenserwartung der AKW's voll ausschöpfen.
· In die massiv die Umwelt verseuchenden WAA's dürfen noch bis 2005 so viele abgebrannte Brennelemente wie möglich geliefert werden.
· Andere Teile des Atomprogramms werden gar nicht erwähnt. So wird z.B. die Urananreicherungsanlage in Gronau zur Zeit erweitert, ein weiterer Ausbau ist geplant. Außerdem wurde in diesem Jahr der Gleisanschluß in Betrieb genommen.
Was wird in Gronau gemacht?
In der UAA wird das Uran 235 auf die zur Produktion von Brennelementen nötige Konzentration angereichert. Dabei wird es in Form des ätzenden, krebserregenden und hochgiftigen UF6 gehandhabt sowie an- und abtransportiert.
Ein Teil der entstehenden Rückstände - das abgereicherte" Uran - wird in Gronau unter freiem Himmel gelagert und soll in Zukunft als Wirtschaftsgut" nach Russland entsorgt werden.
Woher kommt das Uran
Rund 70% der weltweiten Uranvorkommen befinden sich auf dem Land indigener Gesellschaften, vor allem in Kanada, USA, Australien, Niger und Namibia. Seit vielen Generationen haben sich dort Witschaftsweisen und Kulturen entwickelt, die vergleichsweise eng mit den lokalen Ökosystemen verknüpft sind. Uranabbau ist immer mit Landschaftszerstörung und großflächiger Verseuchung durch radioaktive und chemisch giftige, schwermetallhaltige Abfallstäube und Abwässer verbunden. Diese Abwässer und Stäube lassen sich angesichts der riesigen Mengen in keinem Fall sicher lagern und entsorgen. Für den Betrieb eines Atomkraftwerks mit einer Leistung von rund 1000 MW (z.B. Philippsburg I mit 926 MW) werden jährlich rund 30t Uran 235 benötigt. Dieser vergleichsweise geringen Menge stehen allerdings etwa 100.000 t feste und 200.000t flüssige radioaktive und chemisch giftige, schwermetallhaltige Abfälle gegenüber, die bei der Gewinnung des Urans für dieses eine AKW anfallen. Uranabbau bedeutet für die betroffenen Menschen die Zerstörung ihrer Existenz und ihrer Kultur.
Widerstand
Wegen der unbeschreiblichen Mengen (allein in der BRD sind 19 Atomkraftwerke mit bis zu 1400 MW in Betriebe - weltweit ca. 500) halten wir es für nötig, die Giftspirale so früh wie möglich zu behindern. Die ist in Mitteleuropa die bislang zu wenig beachtete Urananreicherung. Wir möchten es nicht bei dem einmaligen Ereignis des 1.September belassen. Wir wollen am 6. Oktober wieder einmal den an jedem ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr stattfindenden Protestspaziergang um die UAA stärken. Wir werden wieder mit hoffentlich vielen Menschen - diesmal voraussichtlich mit dem Alhambra-Frauenchor - nach Gronau fahren.
Am Montag, dem 23.9. wird es um 20 Uhr im Antifa-Cafe im Alhambra eine Vorbereitungsveranstaltung geben. Es sollen nicht nur die organisatorischen Dinge (z.B. Bus oder Fahrgemeinschaften?) besprochen werden. Es wird auch Informationen über den Uranabbau und die Anreicherung geben, sowie evtl. einen Video zum Thema.
Abfahrt zum Sonntagsspaziergang in Gronau
wird am 6. Oktober um 11 Uhr (pünktlich)
am Alhambra sein.