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Angeklagt sind immer nur einige...
...gemeint sind wir alle! |
Am 18.Oktober stehen zwei Oldenburger Antifaschisten vor dem Richter - ganz schlimme Landfriedensbrecher" sollen sie sein. Denn sie waren zwei von denen, die sich am 1. September letzten Jahres rund 30 Nazis der NPD entgegenstellten.
Zum ersten mal seit über zehn Jahren veranstaltete die NPD an diesem Tag einen Wahlkampf
stand in der Oldenburger Innenstadt. Zu diesem Zweck waren etwa 30 Nazi-SchlägerInnen zusammengekommen, angereist aus der gesamten Weser-Ems Region. Einige Stunden lang belagerte der braune Mob die Kreuzung an der Hirsch-Apotheke, verteilte seine menschenverachtende Propaganda und bedrohte mehrere empörte OldenburgerInnen.
Nachdem sich dann etwa drei dutzend AntifaschistInnen in der Innenstadt
zusammengefunden hatten, baute die NPD nach Rüchsprache mit den Bullen
eilig Ihren Stand ab und zog von dannen. So versuchte die Staatsmacht die Nazis
vor einer Konfrontation mit AntifaschistInnen zu schützen und schaffte
es zumindest diese aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Zu der Begegnung,
die die Justiz zum Landfriedensbruch" halluziniert kam es dann nämlich
erst auf dem Berliner Platz am alten Hallenbad. Die zum Teil mit Knüppeln
bewaffneten Nazis wurden beschimpft, mit Parolen berieselt und mit di
versen Eiern beworfen. Dieses Szenario zog sich rund eine Stunde hin, wobei
sich noch einige PassantInnen zu der Gruppe der AntifaschistInnen gesellten.
Die eingesetzten Bullen, die zuvor lediglich mit einer Hundestaffel die beiden
Gruppen voneinander trennten, rasteten auf einmal aus. Ob sie befürchteten,
daß sich spontan genug Leute zusammenfinden würden, um die Faschos
aus der Stadt zu vertreiben oder ob sie Angst um ihre Mittagspause hatten, ist
bis heute ungeklärt. Jedenfalls stürmten sie plötzlich auf die
Gruppe der Antifas los, prügelten um sich, zerstörten ein Megaphon
und nahmen eine Frau in Gewahrsam. Diese Situation nutzten die Faschos, um den
Ort zu verlassen.
Soweit, so schlecht. Die bzw. der aufmerksame OldenburgerIn weiß
aber ja, daß damit noch lange keine Ruhe einkehrte. Es folgten zwei weitere
NPD-Stände. die beide durch wütende und zum teil heftige antifaschistische
Proteste beendet wurden. Der vorläufige Höhepunkt der Nazi-Provokationen
war der Aufmarsch am 27. Oktober 2001. WelcheR erinnert sich nicht mit einem
breiten Grinsen an diesen wunderschönen Tag, an dem weit über 1000
Menschen den Aufmarsch stoppten und die Nazis gedemütigt und bekleckert
wieder nach Hause schickten. Ganz un
terschiedliche Gegenaktionen sorgten dafür, daß auch brutale Bullenübergriffe
ein Fiasko für die NPD nicht mehr verhindern konnten.
Doch wieder zurüch zu den zwei Antifaschisten. Sie sollen also
verurteilt werden, weil sie sich in einer Gruppe befanden, die mit Parolen,
Beschimpfungen und teils mit Eiern gegen die FaschistInnen vorging. Vergehen
strafbar nach §125 - Landfriedensbruch. Dieser Gummiparagraph wird von
der Justiz gerne benutzt, um linke Widerstandsaktionen zu kriminalisieren. Schon
für Prozesse gegen die Bewegung gegen die Remilitarisierung der BRD verwendet,
bekommt heutzutage vor allem die Antifa-, Anti-Globalisierungs- und Anti-AKW-Bewegung
dieses Justizkonstrukt zu spüren. Mitte September wurden bereits mehrere
Menschen wegen Aktionen gegen den Nazi-Aufmarsch zu zum Teil enormen Geldstrafen
verurteilt. Doch dieses Mal werden sie damit nicht einfach so durchkommen. Wenn
es zum Frieden in diesem Land gehört, Nazis ungestört ihre Propaganda
verbreiten zu lassen, dann sagen wir: Diesen Frieden
brechen wir gern!
Deshalb:
Kommt zum Prozess und zeigt eure Solidarität!
Freitag +++ 18. Oktober +++ 9.15 h +++Amtsgericht Oldenburg
Mittwoch +++ 16. Oktober +++ 19.30 h +++ Alhambra