Freiräume verteidigen überall - auch in Osnabrück !!

Keine Räumung des AZ-Wagenplatzes!

Bundesweite Wagentage mit jeder Menge Action, Kultur und Spaß vom 16.-19.10 in Osnabrück (AZ-Wagenplatz)

Bundesweite Demo am Sa. 18.10.2003, Osnabrück, Ledenhof, 13.00 Uhr

Kommt alle! Jede Menge Schlafplätze vorhanden!
Aktuelle Infos bei www.avanti-os.de


Am Dienstag, den 9. September 03 brachte die CDU-Fraktron einen Antrag auf sofortige Räumung des AZ-Wagenplatzes am Fürstenauer Weg 70 in den Verwaltungsausschuß ein. Weiter beantragten sie, daß die Stadtverwaltung uns kein Angebot für einen Ersatz machen darf. Der Antrag wurde mit 6:5 Stimmen angenommen. Damit sind zunächst sämtliche Verhandlungen für ein Autonomes Zentrum (AZ) gescheitert. Wann die Räumung erfolgt, ist nunmehr eine Frage der Zeit. Der Wagenplatz ist jetzt noch so lange legal, bis wir eine Aufforderung von der Stadt zugestellt bekommen, den Platz zu räumen. Die Zeit des Redens und des Verhandelns mag damit vorbei sein, die Zeit des Kampfes um ein AZ ist damit noch lange nicht vorbei! Seit August letzten Jahres befindet sich der AZ-Wagenplatz am Fürstenauer Weg. Das Gelände wurde uns von Seiten der Stadtverwaltung zugewiesen, als Übergang, bis die Verhandlungen um ein Autonomes Zentrum abgeschlossen sind.
Wir haben die Zeit genutzt, um schon mal mit dem Betrieb des AZ zu beginnen und der Öffentlichkeit deutlich zu machen, daß ein Zentrum in Selbstverwaltung möglich ist. In dem von uns gekauften und aufgestellten Zirkuszelt fanden über 100 Veranstaltungen statt, alle aus eigenen Mitteln finanziert und mit ehrenamtlicher Arbeit durchgeführt. Es spielten Bands aus allen Ländern der Welt, von Südamerika bis Moskau. Es fanden Informationsveranstaltungen und Diskussionen statt zu gesellschaftlichen und politischen Themen. Es wurde die Möglichkeit für einen unkommerziellen und sozialen Treffpunkt geboten Darüber hinaus sind wir mit unglaublich vielen Osnabrücker Initiativen und Organisationen ins Gespräch getreten und haben unsere Idee der Selbstverwaltung erläutert. Viele haben uns besucht und konnten sich von dem Gelingen der Umsetzung überzeugen. Auf unsere Umsonst-Flohmärkte kamen viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt, auch von ihnen bekamen wir eine durchweg positive Rückmeldung. Das soll nun alles vorbei sein, nur weil ein paar greise Mitglieder der CDU ihre Mehrheit im Parlament ausnutzten, und einen knappen Beschluß auf Räumung herbeiführten. Die Mitglieder der CDU waren von Beginn an nicht bereit oder in der Lage, mit uns zu reden.
Wir haben bis heute nicht ein einziges inhaltliches Wort gehört, warum das Projekt Autonomes Zentrum von ihnen mit allen Mitteln verhindert werden soll. Stattdessen berufen sie sich auf Formalien. Zunächst war es der Geldmangel der Stadt, der für eine Ablehnung herhalten musste, und jetzt, wo wir in über einem Jahr Arbeit bewiesen haben, daß das Projekt die Stadt nicht einen Cent kostet, benutzen sie einen Ausschuß, der nichtöffentlich tagt, um hinter verschlossenen Türen mal eben die Räumung zu beschließen. Die Räumung betrifft dabei nicht nur den Betrieb des Autonomen Zentrums; Auf dem Wagenplatz leben mittlerweile einige Leute der Bewegung. Sie praktizieren damit eine alternative Form des Zusammenlebens in Bauwagen. Diese Menschen werden bei der Räumung obdachlos. Was mit den Bauwagen passieren soll, die den Menschen als Wohnung dienen und mit den Bauwagen und dem Zelt, die als Gemeinschaftsräume und Treffpunkte dienen, ist noch völlig unklar. Klar ist nur eins: der CDU ist das alles scheißegal. Ihr geht es nur um das Ausspielen der Macht. Im kleinkarierten biederen Hirn der CDU-Mitglieder haben alternative Ideen keinen Platz. Wer in ihr eingeschränktes Gesellschaftsbild nicht passt, muß verschwinden, zur Not mit Repression und Gewalt. Für sie zählt nur die Ruhe des Stillhaltens; Ob dabei in dieser Gesellschaft, in der nur noch Kommerz und persönliches Weiterkommen etwas zählen, Menschen untergehen, ist ihnen egal. Und wenn es Menschen gibt, die dieses System durchbrechen wollen, indem sie ihm ein solidarisches Miteinander entgegensetzen wollen, dann hauen sie drauf und wollen das nicht zulassen. Aber jedes Herz hat Sprengkraft. Wir haben in dem weit über einen Jahr des Kampfes mit Höhen und Tiefen immer einen Weg gefunden wie es weiter geht. Wir haben harte Verhandlungen geführt und sind immer wieder Kompromisse eingegangen. Die Bewegung für ein Autonomes Zentrum ist dabei gewachsen. Wir können und werden die Idee jetzt nicht einfach aufgeben. Wir sind noch lange nicht am Ende unserer Phantasie und unseres Tatendranges.

Der Kampf geht weiter!!!