19 jahre oldenburger rechtshilfe - am 2.juni feiern wir ein fest
In der tradition der ganoven- und verbrecherbälle wird es am 2.juni 2000 in den räumen des alhambras ein sommerfest geben. Wir hoffen, dass alle „alten“ und „neuen“ unterstützerinnen, freundinnen und genossInnen mit uns feiern.
Die arbeit der
oldenburger rechtshilfe ist leider in den vergangenen jahren nicht überflüssig
geworden, die verfolgung und kriminalisierung der linken politischen opposition
hat tradition hierzulande und betrifft alle gruppierungen und individuen unabhängig
von ihrer konkreten theorie und praxis. Die arbeit der oldenburger rechtshilfe
ist notwendig um
• antirepressionsarbeit kontinuität zu verleihen
• um die vereinzelung zufällig oder bewusst aus politischen zusammenhängen herausgegriffener
zu verhindern
• um qualifizierte verteidigung vor gericht zu gewährleisten und finanziell
abzusichern
• um öffentlichkeit bei politischen prozessen herzustellen
• um schutz bei demos und aktionen zu geben und einen ermittlungsausschuss zu
stellen
einige beispiele
für unterstützungsfälle aus 1999
- verschiedene verfahren im zusammenhang mit antifaschistischen aktionen und
aktivitäten
- wagenburg - verfahren
- verfahren um die besetzung des ehemaligen rock-cafes
- punk against faschism and police
- volkstrauertag 1999
- verfahren im zusammenhang mit den aktionstagen der erwerbslosen 1998
- verfahren aus aktionen zur unterstützung der proteste der kurdinnen aktuelle
verfahren (die zu erwarten sind)
- verfahren wg. verstoss gegen das versammlungsgesetz (anti-kohl-demo 1998)
- verfahren aus dem kessel beim nächtlichen antifaschistischen stadtspaziergang
- verfahren wegen landfriedensbruch, widerstand, körperverletzung und gefangenenbefreiung
wegen der aktion am 17.4.2000 (s. unten)
Ein schwerpunkt der arbeit der oldenburger rechtshilfe liegt zur zeit bei der überarbeitung der rechtshilfebroschüre „durch die wüste“. Mehrere ermittlungsausschüsse und antirepressionsgruppen aus verschiedenen städten arbeiten zusammen an diesem projekt. Wenn alles nach plan läuft, wird diese runderneuerte, überarbeitete und ergänzte neufassung des buches noch in diesem jahr erscheinen.
Zum 2.juni:
Am 2. juni 1967 wurde während einer demonstration gegen den schah von persien
in berlin der student benno ohnesorg von dem kriminalobermeister karl-heinz
kurras „am boden knieend“ erschossen.
„Im januar 1972 schlossen wir uns zur bewegung 2.juni zusammen. Das war ein
datum, -welches alle noch miteinander verband, studenten wie jungproleten. Alle
wussten, was der 2.juni bedeutete. Eine andere überlegung war dabei für uns
genauso wichtig: dieses datum wird immer darauf hinweisen, dass sie zuerst geschossen
haben! Jedesmal wenn jemand etwas zur bewegung 2. juni sagt, wird auch erwähnt,
dass am 2.juni 1967 benno ohnesorg von den bullen erschossen wurde.“ (ralfreinders/ronald
fritzsch)
Da das rechtshilfefest
am 2.juni stattfindet, sollten wir nicht vergessen: sie haben zuerst geschossen!
Die gewalt geht von ihnen aus, von denjenigen, die von den herrschenden verhältnissen
am meisten profitieren und die die macht haben, ihre büttel und lakaien einzusetzen
und loszuschicken wie jetzt zum beispiel am montag, dem 17.april vor das oldenburger
landgericht, um einen algerischen flüchtling abzugreifen und in den knast zu
schicken. Diejenigen, die versucht haben dem flüchtling zu helfen, werden jetzt
kriminalisiert und mit allen möglichen anklagen belästigt (landfriedensbruch,
widerstand, körperverletzung, gefangenenbefreiung). Nach lage der dinge werden
es langwierige und kostspielige verfahren werden. Die rechtshilfe wird die spendeneinnahmen
des festes und alle überschüsse für die finanzierung der anstehenden verfahren
und etwaigen prozesse verwenden.
Die party mit akrobatik, cello - feuershow, theaterimprovisation, jonglage, tombola und guter mucke (garantiert ohne schlager, hip-hop und techno beginnt: um 21.00 uhr Eintritt: 5,- dm und mehr (spende)