
Wider die schwarz/weiss Malerei
Nun haben wir also den Salat. Saddam, Bush und Blair haben es endlich geschafft, mit ihrer Skrupellosigkeit und Sturheit Millionen in die Katastrophe zu stürzen. Wir können jetzt nur noch hoffen, dass der Wahnsinn bald zu Ende geht - wahrscheinlich ist das allerdings nicht. Immer wenn im Namen Gottes die Heere ausziehen, um den leibhaftigen Satan zu besiegen (und das ist immer der jeweils andere), sterben jene, die vor eben jenem herbei halluzinierten Satan angeblich geschützt werden sollen. Und da haben wir es: jede Seite behauptet die Wahrheit gepachtet zu haben. Dabei gilt: das erste Opfer des Krieges ist immer die Wahrheit.
Die Medien im Krieg
Es gibt für Medien in dem ganzen Spektakel nur zwei Möglichkeiten.
Die eine ist, soviel wie möglich von dem zu zeigen, was sich tatsächlich
vor Ort ereignet. Das führt zwangsläufig zu einer kritischen Sichtweise.
Und weil dies aber von den Kriegsführenden nicht erwünscht ist (im
Vietnamkrieg hatte die Berichterstattung Massenproteste in den USA zur Folge),
müssen sie eben instrumentalisiert werden. Diktaturen wie das irakische
Regime haben es da einfach: sie besitzen die Medien. Im Westen läuft das
schon anders. Wenn die Militärs wollen, dass die Berichterstattung für
sie günstig ist, müssen sie den Medienkonzernen schon ein paar Happen
hinlegen. Das heißt dann nämlich nicht Zensur sondern Einbindung.
Ausgewählte Medien, die nicht des Pazifismus verdächtig sind, dürfen
dann an die vorderste Frontlinie, um die besten Bilder zu kriegen. Das erhöht
die Einschaltquoten, damit die Einnahmen, und als Folge dessen wird dann global
ein bestimmtes Bild (gewollt oder ungewollt) wiedergegeben. Und die Militärs
haben ihre Propaganda. Eine Hand wäscht die andere. Krieg als Massenereignis
live im Wohnzimmer. Wie eine Fussball-WM. CNN, Fox und Al Jazeera rittern um
die besten Bilder und Quoten, der ORF kauft fleißig ein. Propaganda ist
aber nicht die einzige Aufgabe der Medien. Sie werden auch direkt als Kampfmittel
eingesetzt. Desinformation ist ein Teil der Kriegsführung. Wenn z.B. das
Gerücht in die Welt gesetzt wird, der irakische Ex-Diktator Aziz wäre
auf der Flucht angeschossen worden, so stiftet das auf der gegnerischen Seite
Verwirrung, der eigenen Seite wird vermittelt, der Gegner befinde sich bereits
in Auflösung. Umgekehrt wird dann Aziz vom irakischen Fernsehen gezeigt,
um zu sagen: Stimmt ja gar nicht!" Was stimmt? Wir können es
jedenfalls nicht wissen.Bemerkenswert ist auch, dass ausgewählte Presseleute
dann an vorderster Front dabei sein dürfen - wie auserlesen die sind, lässt
sich am Beispiel des Ex-Oberst Oliver North belegen. Er arbeitet für den
erzreaktionären Sender Fox. North selbst wurde durch die Iran/Contra-Affäre
in den 80er-Jahren zur traurigen Berühmtheit, indem er den durch die Affäre
schwer belasteten US-Präsidenten Reagan deckte. Für ultrarechte Kreise
in den USA ist er heute noch ein Held. Und daher sollten all jene mit Vorsicht
genossen werden, die Wahrheiten so fett vor sich hertragen. Auch auf Friedensdemos.
Auch Flugblätter sind Medien. Und bestimmt werden die Texte oft von unreflektiertem
bis wohldurchdachtem und kalkuliertem Antiamerikanismus.
Antiamerikanismus vs. Antieuropäismus
Wer darüber den Kopf schüttelt, dass in den USA französischer
Rotwein ausgeschüttet wird, French Fries" plötzlich Freedom
Fries" genannt werden, hat Recht. Aber wem fällt schon auf, dass ja
hier derselbe Unsinn verbraten wird. Aufrufe zum Boykott amerikanischer Waren,
und Antikriegsdemos zu McDonalds schlagen genau in dieselbe Richtung. Kollektiv
wird hier alles amerikanische" bekämpft, der Unterschied zwischen
guten" und schlechten" Konzernen wird ganz simpel am Standort
des Hauptsitzes festgemacht. Meist wird nicht mal mehr versucht konkrete Vorwürfe
der Verstrickungen in die Kriegsmaschinerie zu konstruieren, allein der Vorwurf
des amerikanischen" reicht zur Brandmarkung, eine durch und durch
nationalistische Argumentation. Wer hier mitspielt, folgt den Mächtigen
im eigenen Land, dass die sich darüber freuen, ist klar.Es gibt sicher
keinen Grund, Jacques Elfenbeinküste" Chirac und Gerhard Kosovo"
Schröder sowie Vladimir Tschetschenien" Putin als Friedensaktivisten
abzufeiern. Die haben nur das Problem, dass sie im Mittleren Osten zu kurz kommen,
wenn sich das US-Militär einmal dort festgesetzt hat. Aber mit dem Kriegführen
haben sie sonst kein Problem, sie sind da selbst sehr aktiv, wie die Spitznamen,
die wir ihnen gegeben haben, andeuten. Es könnte für sie höchstens
noch peinlich werden, dass sie den Irak aufgerüstet haben, Deutschland
mit Giftgas und Frankreich mit Raketen. Und da wäre es durchaus angebracht,
vor der eigenen Türe zu kehren, statt nur die USA als Zentrale des Bösen
hinzustellen. Denn in Europa ärgert mensch sich auch zu Recht, wenn Rumsfeld
seine antieuropäischen Schimpftiraden ausläßt (und im übrigen
war das, was Chirac kürzlich über die EU-Beitrittskandidatenländer
abgelassen hat, um keinen Deut besser).Wer ernsthaft in Europa gegen diesen
Krieg ist , muss Antiamerikanismus ablehnen. Wer die Welt in Gut und Böse
einteilt, begibt sich automatisch in die Gedankenwelt der Menschen, die sagen:
Wer nicht für mich ist, ist gegen mich!" Eine derartige Inhaltsleere
führt dann zwangsläufig zu absurden Vergleichen (Bagdad = Dresden)
und entsprechender Geschichtslosigkeit. Kein Wunder, wenn sich dann auch Neonazis
mit den Friedensdemos anfreunden können.
Europa profitiert auch vom Krieg
Gibt es einen besseren Moment für die Regierungen irgendwelche Wahnsinnigkeiten
durchzuziehen als jetzt, wenn alle Augen in den Irak gerichtet sind? Die österreichische
Regierung stellt dann so Grauslichkeiten vor, wie die Notstands-hilfe zur Sozialhilfe
umzuwandeln. Überhaupt, sozialer Kahlschlag ist in Europa in. Nur merkt
dies zur Zeit durch das mediale Bombardement kein Mensch. Auch im Bereich der
inneren und der äußeren Sicherheit" kann jetzt fleißig
losgelegt werden. Da werden Alarmpläne, die schon lange in den Schubladen
liegen, optimiert", Krisenszenarien immer neu durchdacht, verstärktes
Polizeiaufgebot auf den Strassen soll Sicherheit suggerieren. Vor welcher Bedrohung?
Terror" heißt das Zauberwort, das schon im Vorfeld des Krieges
immer öfter genannt wurde. Terror" ist für die Law&Order-FanatikerInnen
einfach spitze, denn dieser Terror" ist so unkonkret, dass eigentlich
alles und jedes gemeint sein könnte. Von Ursachen wird gar nicht erst gesprochen.
Aber seit den Anschlägen vom 11. September hat dieses Wort an Monströsität
gewonnen. Daher muss ganz viel unternommen werden, um das zu bekämpfen.
Abfangjäger werden nun erst recht gekauft, das Militär darf weiter
mit der Polizei kooperieren und ihre Spitzeldienste ausbauen, Strasser schwärmt
davon das Land flächendeckend mit Videokameras zu überziehen. Gleichzeitig
werden Sozialabbau und die Verschärfung der Arbeitsbedingungen vorangetrieben
- auch das hat mit Law and Order sehr viel zu tun. Die sich zuspitzenden gesellschaftlichen
Probleme sollen dann mittels Repression im Zaum gehalten werden. Kein Zufall,
dass dies alles gleichzeitig daherkommt.Obendrein ist die Irakkrise, in der
die EU-Politik ja völlig auf der Leitung gestanden ist, ein willkommener
Anlass, dafür zu sorgen, dass der EU-Militärapparat nun verstärkt
ausgebaut wird. Die Eingreiftruppe, lange diskutiert, ist nun schneller auf
dem Weg als zuvor. Man(n) will ja auch selbst Krieg führen dürfen,
und nicht mehr am Nasenring der arroganten Amis" hergezogen werden.
Der EU-Block nimmt schneller Formen an als gedacht.
Kritik an der Friedensbewegung
Indem sie sich nur auf die USA fixiert, wird Saddam Recht gegeben. Es wird ihm
die Absolution erteilt für die Massenmorde die er an der eigenen Bevölkerung
angeordnet hat. Ein solcher Frieden ist sein Krieg. Weiters bemerkt die Friedensbewegung
nicht, dass sie damit einen aufkeimenden europäischen Neoimperialismus
unterstützt. In den USA wird die Blockbildung jenseits des Atlantik wohl
wahrgenommen. Die antieuropäische Haltung dort hat viel damit zu tun, dass
die EU als Block gesehen wird. Es kann nicht Aufgabe von KriegsgegnerInnen sein,
da mitzuspielen. Genau dem gehört nämlich entgegengewirkt. Sonst führt
die EU den nächsten Krieg. Aber wie es scheint, wird gerade auch in der
Linken Politik längst beim Strategospielen im Hinterzimmer entworfen. Wer
sich auf eine Seite stellt, hat den Vorteil, weniger mitdenken zu müssen
und sich dabei vielleicht noch über Kriegserfolge freuen zu können.
Die Intelligenz beschränkt sich auf das Verbrennen der Stars and Stripes
oder Jubel über Luftangriffe, je nachdem. Um die wirklichen Probleme, die
der Krieg auch hier mit sich bringt, kümmert sich niemand. Und obwohl die
US-Flaggen brennen, dürfen die des Irak sehr wohl auf Demos mitgeführt
werden. Weg damit! Diese Symbolik drückt keine Solidarität mit den
Kriegsopfern, sondern einzig und allein mit dem Baath-Regime im Irak aus. Was
noch auffällt ist, dass der Bezug zum Israel/Palästina-Konflikt von
einigen bewusst hergestellt wird, viele damit auf die Hussein-Linie hineinkippen,
der Familien von Selbsmordattentätern großzügig mit Geld beschenkt.
Damit wird Israel in den Konflikt hineingenommen, und nicht selten werden dann
auch konse-quenterweise auch ein-fluss-reiche jüdische Kreise in den USA
herbei halluziniert, denen die Schuld am Irakkrieg gegeben wird. Auch hier überschneiden
sich Teile der Friedensbewegung" inhaltlich mit den Argumentationen
von Neonazis.
Problemlösung Krieg?
Massenflucht
Im Nordirak sind bereits jetzt Hunderttausende KurdInnen vor irakischen Vergeltungsschlägen
auf der Flucht. Und auch alle anderen werden, so es ihnen gelingt, noch früher
oder später um ihr Leben rennen. Wohin? Wenns nach dem Willen der Herrschenden
(und auch dem Großteil ihrer Untertanen) geht: Ins Niemandsland. Bloß
nicht nach Europa! Ist nicht unser Krieg! Pech gehabt! Österreich will
gerade einmal 1.000 Flüchtlinge aufnehmen. Wie großzügig"!
Ob die Flüchtlingskonzentration im Mittleren Osten den betroffenen Ländern
Probleme bereitet oder nicht, scheint der europäischen Politik scheißegal
zu sein. Obendrein sind sie dort nicht einmal vor Repression und Seuchen sicher.
Aber immerhin können sich Herr und Frau ÖsterreicherIn die Konfrontation
mit dem Elend des Krieges ersparen. Wer aber gegen diesen Krieg ist, muss konsequenterweise
Solidarität mit seinen Opfern zeigen.
Daher: Grenzen auf für Flüchtlinge und Deserteure! Und überhaupt
weg mit allen Grenzen!
Neue Art der Kriegsführung
Die stellt ein weiteres Problem dar, denn mittlerweile werden Flüchtlinge
bereits von vornherein eingeplant, sie gelten als Informationsquelle. Kriegswichtige
Infos sollen durch Verhöre erlangt werden. Und dazu ist es praktischer,
wenn die Flüchtlinge in der Region gehalten werden. Obendrein lassen sich
so Kriegsverbrechen (aber auch die Verhörmethoden) leichter vertuschen.
Ebenfalls relativ neu ist die Delegierung der Drecksarbeit" an Paramilitärs.
In Diktaturen ist es längst üblich, Paramilitärs aufzurüsten,
um den Gegner zu bekämpfen. So kann die reguläre Armee jeden Verdacht
des Kriegsverbrechen von sich weisen, bzw. sogar noch in ihrem Sinne ordnend"
eingreifen, wenn die Situation eskaliert. Nun aber wird diese Methode auch in
regulären" Kriegen verwendet. Im Kosovo war es die UCK, in Afghanistan
die Nordallianz, im Irak sind es die Milizen der Opposition. Wenn von jenen
Kriegsverbrechen begangen werden, weil dies für die Gesamtkriegsführung
vorteilhaft ist, können sich die Alliierten zurücklehnen und sagen,
das waren eben die Wilden". Die Kriegsführung des Iraks ist
aber keineswegs weniger problematisch. Die ganze Bevölkerung wird für
das Wohlergehen Saddams in Geiselhaft genommen. Wer nicht mitspielen will und
flüchtet, hat sein/ihr Leben verwirkt. Dies gilt es zu bedenken, wenn einseitig
von amerikanischer Brutalität gesprochen wird.
Die Konsequenz
Krieg ist scheiße, keine Frage. Wer aber auf Friedensdemos rumläuft
und US-Fahnen verbrennt, will keinen Frieden. Er/sie hat nur Angst, dass die
Falschen" gewinnen. Wir für uns spielen da nicht mit. Weder
sind wir massenfixiert wie die einen, noch folgen wir dem Antiimperialismus
der anderen, die es uns immer noch als Fortschritt verkaufen wollen, wenn sie
sich jeder noch so grauslichen Diktatur an die Brust werfen. Wenn wir sagen,
wir sind gegen den Krieg, dann meinen wir, dass die dazu erforderlichen Instrumente
abgeschafft werden müssen. Zum Kriegführen braucht es Armeen, oder
alles was ihnen ähnlich ist. Weg damit! Und dann? Ist dann alles gut? Nein,
solange nicht jede Form von Herrschaft überwunden ist, wird es Unterdrückung
geben, und Krieg ist die Eskalation der Unterdrückung, die ultimative Ausformung
von Herrschaft. Daher ist Antimilitarismus und das Ablehnen von Nationalismus
das Gebot der Stunde, und nicht etwa plattes Gut/Böse-Denken, wie es gerade
zur Zeit wieder massenhaft propagiert wird. Eins sei zu diesem Text hier noch
angemerkt: Wir wollen damit niemandem unsere Seite der Wahrheit verkaufen",
er kann nur als der Versuch einer Annäherung an die Thematik gesehen werden,
denn was tatsächlich geschieht, ist aus der Distanz einfach unüberschaubar.
Gerade deswegen - aber auch allgemein - ist es nötig, prinzipiell alles
zu hinterfragen, was mensch vor die Nase gesetzt bekommt, und damit eben auch
diesen Text. Diesen Krieg konnten wir nicht verhindern. Wer das glaubt, überschätzt
sich. Aber wir können Schritte in die Zukunft setzen. Beginnen wir mit
dem eigenen" Sauhaufen!
Bundesheer abschaffen!
Österreich abschalten!
Für eine Welt ohne Herrschaft!
rosa antifa wien www.raw.at
Problemlösung Krieg?
Kein Zweifel, das Baath-Regime im Irak ist eines der brutalsten der letzten
Jahrzehnte. Hunderttausende Menschen - sei es im Krieg gegen den Iran, bei der
Invasion von Kuwait oder bei der Niederschlagung von Aufständen im kurdischen
und schiitischen Gebiet - sind von diesem Regime, teils mit Giftgas, massakriert
worden. Die Opposition ist entweder ausgerottet oder ins Ausland vertrieben
worden. Saddam Hussein hat sich das Geld aus dem Oil for food"-Programm
selbst eingesteckt, und ließ die Bevölkerung weiter hungern. Es ist
überhaupt keine Frage, dass dieses Regime verschwinden muss. Aber durch
Krieg von außen? Zugegebenermassen: Ohne massive Hilfe von außen
ist die Opposition wahrscheinlich machtlos. Aber: Ein Regimewechsel, der von
den Betroffenen selbst getragen wird, würde vermutlich wesentlich weniger
Verwicklungen mit sich bringen als eine Militärintervention. Die US-Administration
weiß nur zu genau, dass die Präsenz von US-Truppen im arabischen
Raum schon seit Jahren von der dortigen Bevölkerung missbilligt wird. Und
sie musste auch wissen, dass jeder Krieg eine Dynamik entwickeln kann, die noch
gefährlicher ist als der gegenwärtige Zustand. Mit einer von innen
herbeigeführten Demokratisierung könnte viel Ärger in der Region
vermieden werden, ja dies könnte auch andere autoritäre Regimes in
der Region stürzen. Doch stattdessen soll nichts dem Zufall überlassen
werden, und nach einem selbstgeführten Krieg ohne Einbindung der Betroffenen
eine Militärverwaltung eingesetzt werden. Damit nicht die Falschen"
ans Ruder kommen. Nun aber hat der Krieg begonnen, und neben den üblichen
Grausamkeiten sind schon die ersten Probleme da: Die Türkei sieht ihre
Chance gekommen, mittels Invasion den Einfluss im Nordirak zu verstärken,
und so einen kurdischen Staat zu verhindern und die Kontrolle über die
Wassereserven der Region auszubauen. Die kurdischen Milizen haben schon klar
gemacht, dass sie sich das nicht bieten lassen. Ein Gemetzel bahnt sich an ...
In den übrigen umliegenden Staaten bekommen nun nicht jene die Oberhand,
die sich für gesellschaftlichen Fortschritt einsetzen, sondern radikalislamistische
Bewegungen. Insgesamt also alles Entwicklungen, die dem vorgeblichen Ziel der
Aktion direkt zuwiderlaufen. Umso wichtiger wäre es für die Friedensbewegung,
sich endlich mit jenen auseinanderzusetzen, die in dieser Region einen fortschrittlichen
Wandel erzielen wollen, und diese auch zu unterstützen. Gezielte statt
blinder Solidarität eben.
Frauen im Krieg
Bei jedem Krieg wird vergessen, wer die Hauptleidtragenden in solchen Auseinandersetzungen
sind. Wenn sich Krieg mit all seinen Grausamkeiten - und dazu gehören eben
auch Vergewaltigungen, die oft systematisch zur Machtdemonstration durchgeführt"
werden - zeigt, dann trifft es die Frauen. Dabei erfahren sie die Gewalt nicht
nur vom jeweiligen Gegner sondern auch von den eigenen" Leuten, da
sie nach einer Vergewaltigung meist als beschmutzt" angesehen und
in Folge aus der Gesellschaft verstossen werden, die Schuld" wird
in vielen Gesellschaften automatisch ihnen zugeschrieben.Es obligt auch den
Frauen ihre Familien - allen Kriegszerstörungen zum Trotz - zu versorgen,
sie sind diejenigen, die die langfristigen Konsequenzen des Kriegsleids tragen
müssen. In einer Nachkriegsgesellschaft, in der es an allem fehlt, werden
die, die ohnehin schon benachteiligt waren - und das sind nun mal immer noch
meist Frauen -, noch stärker als die anderen den Entbehrungen ausgesetzt.
Viele, die keinen Beruf erlernen konnten, stehen dann als Kriegswitwen vor dem
Nichts, müssen die Betreung für die vom Krieg Geschädigten (vor
allem für Kinder) und die Wiederaufbauarbeit leisten. Und auch wenn in
vielen Armeen der Erde mittlerweile Frauen mitkämpfen, ändert dies
nichts an den männlichen Prinzipien des Krieges. Es ist nach wie vor so:
die Hauptlast des Krieges liegt auf dem Rücken der Frauen.