Ein Ort revoltierender, kritischer Hirne, brodelnd umschlungen in reger, subversiver Kommunikation, gefaßt von der Sehnsucht nach einem anderen Leben inmitten der verschlafenen Leere der Provinz:


Der Infoladen Metropole.

So, naja, oder, so ähnlich, ist er zumindest gedacht. Wir haben viele Monate ge-schuftet, haben Mauern eingerissen und Farbe verteilt. Regale füllten sich mit hunderten linker Zeitschriften, Büchern, Platten und CD`s, T-Shirts, Aufnähern, Plakaten, Spuckies und allerlei anderem Revolutionsbedarf. Es gibt einen kosten-losen Internetzugang mit DSL für cyber- und Sofa mit rotem Kuschelstern für humanuid-basierenden Austausch. Öff-nungszeiten gibt es inzwischen auch und mit diesem Text wollen wir jetzt Dich in den Laden locken.

Aber der Infoladen soll mehr als ein Nischen-Bücher-Platten-usw.-Laden sein. Es soll um sowas wie Gegenöffentlichkeit, um die Verbreitung unterdrückter Argu-mente und Ideen, jenseits von Schulbuch, Tagesschau, Spiegel, Young Miss oder Sportbild gehen. Es soll eine Möglichkeit bieten, sich der totalen Hirnverödung durch Jörg Pilawa und Sabine Christiansen zu widersetzen. Im Infoladen kann mensch rumsitzen und (mit etwas Glück) Leute kennenlernen, lesen und Musik hören, diskutieren und streiten oder auch einfach nur „shoppen". Da er Infoladen
heißt, gibt`s natürlich jede Menge Infos über Themen wie: Befreiung versuchen contra im System leben; Frau sein contra Männerwelt; autonom sein contra Partei-ausweis; Mensch sein contra RassistIn sein; gewaltfrei contra Gewalt; militant contra Gewalt; Subkultur contra Leit-kultur, Öko contra Trittin-sein; arm sein contra reich sein; ...und viele mehr.

Also, raus aus der Provinz

und rein in die Metropole!

Der Infoladen im Alhambra

Und wo sollte sich in Oldenburg wohl so ein Ort befinden? Natürlich im Auto-nomen Zentrum, der roten Burg, dem Alhambra. Das gibt es seit über 20 Jahren und ist eines der wenigen völlig selbst-verwalteten Zenten in der BRD. Selbst-verwaltet heißt, alle, die das Alhambra nutzen entscheiden gemeinsam, was gemacht wird, wie das Zentrum organ-
isiert und finanziert wird, wie mit Stress/Problemen umgegangen wird u.s.w. Das ist nicht immer einfach, aber wichtig. Es geht schließlich darum, mit anderen Menschen einen gemeinsamen Ort zu organisieren wo sich alle wohl fühlen, ohne daß der Staat uns da reinpfuscht oder jemand das Sagen hat. Gemacht werden kann alles, was die Räume hergeben: Treffen zu verschiedenen politischen Themen, Parties, Kneipen und Konzerte organisieren, Theater spielen, diskutieren, Flugblätter und Zeitungen machen, Musik oder VoKü machen, Kickern, ... Wer sich ärgert, daß dieses oder jenes nicht gemacht wird, soll einfach kommen und es selber machen.

Natürlich müssen auch wir ausgrenzen. Zum Beispiel RassistInnen, Macker, Profitgeier, Bullen und dergleichen. Weil die sich auf der Welt so breit gemacht haben, daß sie dem Leben die Luft abwürgt haben, sollten sie niegends was zu suchen haben. Das Alhambra ist also ein Raum, an dem mensch erahnen kann, daß ein Zusammleben ohne Staat, Polizei, Bosse und Leistungsdruck möglich ist.

Yes, we are open!

Mo. 18-20 h

Do. 18-20 h