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Antifa
Aktuell März 2000 Magdeburg Die DVU Fraktion im Landtag von Sachsen Anhalt ist wieder einmal um einige Mitglieder kleiner geworden. Statt der anfänglich 16 Abgeordneten sind es nun nur noch sieben. Diesmal, weil der frühere Fraktionsmitarbeiter Canis Kinderpornos über den Fraktionsrechner verbreitete und in der Kasse so ca. 47.000 DM fehlen. Erst im Oktober 99 mußte der rethorisch recht ungeschickte Nazi Helmut Wolf auf Druck der Parteiführung von der Fraktionsspitze zurücktreten, seine Nachfolgerin Wichmann ist nun aus der DVU ausgeschlossen worden, der neue Chef heißt Kannegießer (mal gucken für wielange). Claudia Wiechmann und ihr Stellvertreter Helmut Wolf hatten sich gegen Multimillionär und DVU-Chef Frey gewehrt und dessen Rücktritt gefordert. Sie behaupteten, Frey bereits im Sommer 99 von den „Problemen“ der Fraktion berichtet zu haben. Sich in der DVU gegen Frey zu wehren war schon immer nicht so ganz geschickt und jetzt gibt es im Magdeburger Landtag zwei Nazi-Fraktionen. Die ausgeschlossenen und ausgetretenen DVU Nasen haben mitlerweile die FDVP (Freiheitliche Deutsche Volkspartei) gegründet. Sie wollen der freiheitlichen FPÖ mit Jörg Haider an der Spitze nacheiffern. Immerhin haben sie, laut eigenen Angaben, schon über 25 Mitglieder.
Überall Seit dem Regierungsantritt der rechtsgerichteten FPÖ-ÖVP-Koalition in Österreich gibt es dort und auch in vielen anderen Ländern Demonstrationen und Proteste gegen Rassismus und Faschismus, den Rechtspopulisten Haider und die neue österreichische Regierung. Am Samstag den 19.02.2000 fand in Wien eine internationale Demonstration mit 300 000 Menschen statt. Der „Schwarze Block“ wurde von den Bullen gekesselt und geprügelt, dannaber auf Druck der Restdemo wieder freigelassen. Am Abend wurde Haider fast noch von AntifaschistInnen in einem Restaurant gestellt. Leider konnte er aber noch von Bullen geschützt und nach Hause eskortiert werden. Zeitgleich mit der Demo in Wien wurde auch in London, Edinburgh, Birmingham, Newscastle, New York, Amsterdam, Brüssel, Paris, Hamburg und vielen weiter Orten demonstriert. In Hamburg demonstierten circa 1000 Leuten vor dem Österreichischen Konsulat. Bereits am Sonntag, den 06.02 gab es einen Anschlag auf das Österreichische Konsulat in Malmö. In der Südschwedischen Stadt wurde gegen 4 Uhr ein Brandanschlag auf das Gebäude verübt, die TäterInnen hinterließen an der Wand die Parole „Fuck Haideri!“. Solidarität heißt Widerstand!
Berlin Das berliner Nazi-Radio „Germania“ wird so schnell nicht wieder auf Sendung gehen. Der bekannte Neonazi Mike Penkert, organisiert in der „Kameradschaft Trep-tow“, hatte gegen die Medienanstalt Berlin/ Brandenburg geklagt, die die Ausstrahlung seiner Radiosendung bis auf weiteres verboten hatte. Mike Penkert hatte in einer Sendung vom 29. Oktober 99 gepatzt, und ein Lied der Fascho-Band „Macht und Ehre“ gespielt, das auf dem Index steht. Nach diversen Antifa- Aktionen gegen das „Radio Germania“ sah sich die Medienanstalt offenbar genötigt einzugreifen. Deshalb wird es wohl bis auf weiteres kein Nazi Programm beim Offenen Kanal Berlin geben.
Davos Im schweizerischen Davos fand am 29.Januar 2000 ein weltweites Treffen des Weltwirtschaftsforums statt. Doch trotz massiven Polizeiaufgebots und Demoverbotes konnten die Damen und Herren des WEF nicht ganz ungestört tagen. 1300 DemonstrantInnen, viele davon vermummt, zogen durch Straßen des beschaulichen Skiortes. Während der zweistündigen Demo durchbrachen sie 3 Polizeisperren, diverse Autos wurden beschädigt und mit Farbbeuteln beworfen. Bei den Auseinandersetzungen setzten die Bullen CS- Gas und Hartgummigeschosse gegen die DemonstrantInnen ein, die aus der gesamten Schweiz, Frankreich und Italien kamen. Erst gegen 16:00 Uhr wurde die Demo 400 Meter vor dem Kongreßzentrum durch gepanzerte Bullenfahrzeu-ge gestoppt. Während der Demo gab es noch diverse kleine Begleitaktionen. So wurde ein McDonalds entglast, ein Reklameschild „Think global - eat local“ öffentlich verbrannt, DemonstrantInnen rissen deutsche, amerikanische und türkische Fahnen herunter und attakierten das renomierte „See Hotel“ mit Schneebällen, Knallkörpern und Leuchtspurmunition. Zwei Bullen wurden verletzt und dabei ein Gummischrotgewehr erbeutet. Keine Ruhe den HERRschenden dieser Welt!
Berlin Zum ersten mal in der deutschen Nachkriegsgeschichte sind Nazis legal durch das Brandenburger Tor marschiert. Unter Absingen von SS- Liedern sind in Berlin am 29.01. rund 500 Nazis aufmarschiert. Zu ihrer Abschlusskundgebung stellten sie sich vor dem Brandenburger Tor auf und skandierten: „Hier regiert der nationale Widerstand!“ Die Gegendemo war mit nur 500 Antifas nur sehr mässig besucht und konnte die Nazis wegen des martialischen Bullenaufgebots nicht daran hindern, aufzumarschieren. Die Bullen griffen die Antifa- Demo mehrmals an und klauten schließlich den Lautsprecherwagen. Auch einige Blockadepunkte auf der Nazi- Route konnten gegen die Bullenübermacht nicht gehalten werden. Im Nachhinein forderten diverse PolitikerInnen ein zukünftiges Verbot von Nazi- Demos durch das Brandenburger Tor, weil das im Ausland nicht so gut ankommt. Der CDU Innensenator erwägt bereits ein generelles Demoverbot an zentralen Punkten Berlins. Inzwischen haben die Nasen weitere Demos durch das Brandenburger Tor angemeldet. Am 27. Februar zu Ehren des SA- Mannes Horst Wessels und am 12. März will die Fascho- Partei NPD unter dem Motto „Wir sind ein Volk! Nationale Solidarität mit Österreich!“ aufmarschieren. Also das nächste mal alle nach Berlin, das Brandenburger Tor zerstören und den Nazis zeigen, wem die Straße gehört!
Elmshorn/ Dresden
Am 05.02 marschierten ca 70 Nazis durch das beschauliche Elmshorn bei Hamburg. Die Gegendemo war mit 600 Leuten ziemlich gut besucht, obwohl zur gleichen Zeit ca. 8000 Menschen für Mumia Abu Jamal in Berlin demonstrierten. Die Nazis, gut geschützt durch zwei Wasserwerfer, Räumpanzer und mehrere Sondereinsatz-kommandos aus Hamburg konnten ihren Aufmarsch fast unbehelligt durchführen. Der Hamburger Neonazi Christian Worch und 70 weitere größtenteils zugereiste Glatzen zogen mehrere Stunden (6 km!) durch Elmshorn. AnwohnerInnen, die Parolen gegen die Nazis skandierten, wurden mit Platzverweisen bedroht. Erst ganz am Schluss, als die Faschoglatzen in ihre S-Bahn nach Hamburg steigen wollten, wurden sie von einigen Antifas angegriffen. Auf dem Rückweg zum Demosammelpunkt wurden mehrere Linke von Spezialeinheiten der Bullen attackiert, die 15 Leute festnahmen, denen sie Straftaten vorwerfen. Ein DGB- Ordner wurde von den OrdnungshüterInnen krankenhausreif geknüppelt. In der letzten Zeit wurden wiederholt Linke, die die Nazis dem „Bündis gegen Rechts Elmshorn“ zurechnen und das Büro der „IG Metall Elmshorn“ angegriffen. In Dresden marschierten am 13.02. ca. 400 Nazis durch die Stadt, um „Gedenken an die Bombenopfer des 13.02.1945“ zu fordern. Die Faschos marschierten dicht an der Gedenkstätte der Dresdener Synagoge vorbei zum Denkmal der „Dresdener Trümmerfrau“, wo sie ein paar Kränze abwarfen und ein paar Minuten schwiegen.
Oldenburg Am Samstag 29.01.2000 fand in Oldenburg eine antifaschistische Demo unter dem Motto: „Kein Raum für Nazis! Hoch die internationale Solidarität!“ statt. Rund 500 DemonstrantInnen zogen trotz beschissenen Wetters (mindestens 1000 Liter Regen pro Quadratmeter) ab 13.00 Uhr lautstark um den Innenstadtring und durch die Fussgängerzone. Mit Musik, Redebeiträgen und Parolen wurde auf die vermehrten Naziübergriffe in der letzten Zeit aufmerksam gemacht, die von Polizei und Presse verharmlost werden. Die powervolle Demo setzte ein klares Zeichen gegen die Nazis und für einen entschlossenen antifaschistischen Widerstand. Am Ende der Demo gab es noch mehrere stümperhafte Versuche von Nazis, Antifas zu fotografieren. Also bei der nächsten Demo die Augen aufhalten Ob bei Sonne oder Regen, Nazis von der Straße fegen!
Riesa, Gera & Guben
Über 1000 Menschen haben in Riesa bei Dresden gegen die Nazi- Partei NPD demonstriert. Die NPD Zeitung „Deutsche Stimme“ ist erst kürzlich nach Riesa umgezogen, ihr wurde klargemacht, daß sie auch in Ostsachsen kein ruhiges Hinterland haben wird. Am Rande der Demo provozierten mehrere Nazis, vereinzelt kam es zu Übergriffen auf Demoteilnehmer-Innen, weil sich einige Faschos, durch das enorme Polizeiaufgebot geschützt, relativ frei bewegen konnten. 800 Menschen demonstrierten im thüringischen Gera gegen einen Nazi- Aufmarsch. Mehrere hundert Nazis waren dem Aufruf des „Thüringer Heimatschutzes“ und der NPD unter dem Motto „Kein Asylantenheim im Stadtzentrum von Gera“ gefolgt, die mal wieder von einem massiven Polizeiaufgebot geschützt wurden. In Guben kamen am Sonntag rund 300 AntifaschistInnen zu einer Kundgebung zum Gedenken an den ersten Todestag von Omar Ben Noui. Der Algerier war in der Nacht zum 13. Februar 1999 von Nazis zu Tode gehetzt worden. Zu einem ernsten Zwischenfall kam es, weil mehrere Nazis am Rand der Demo von einem Balkon aus mit einer Schusswaffe zweimal auf die Demo schossen. Es wurde zum Glück niemand durch den Naziangriff verletzt. Die Polizei kesselte die Antifas (!) ein und verhinderte so eine Stürmung der Faschowohnung.
Münster Am Morgen des 10. Februar ist die ehemals leerstehende Uppenbergschule nach 41- tägiger Besetzung geräumt worden. 200 Bullen vertrieben die 25 BesetzerInnen aus dem Haus. Um eine Wiederbesetzung zu verhindern zerstörten die Bullen Fenster und rissen Bretter aus dem Boden. Gegen 7.10 Uhr mussten die BesetzerInnen die Schule verlassen, und wurden von ca. 100 SympatisantInnen empfangen. Direkt im Anschluss an die Räumung gab es eine Spontandemo gegen die Räumung, der den Cops und dem morgendlichen Berufsverkehr arge Probleme bereitete. Jetzt steht die Uppenberg-Schule wieder leer.Trotz Räumung in Münster- der Häuserkampf geht weiter!
Mailand Ein Stadtrat der Fascho- Partei „Nationale Allianz“ ist am Dienstagabend, den 25.01.00, von einem Unbekannten ins Knie geschossen worden. Auf den Kommunalpolitiker wurden beim Verlassen seines Mailänder Büros drei Schüsse abgefeuert. Ein Anrufer erklärte der Mailänder Zeitung „Il Giorno“, das die „Roten Brigaden“ hinter dem Anschlag stehen. Die „Roten Brigaden“ waren in den 70iger und 80iger Jahren in Italien eine recht aktive Stadt-guerrila, die jedoch schon vor Jahren ihren bewaffneten Kampf beendete.
Berlin Am 05. Februar gingen in Berlin über 8000 Menschen für den in den USA inhaftierten afroamerikanischen Revolutionär Mumia Abu- Jamal auf die Strasse. Dieser sitzt seit 1982 in einer Todeszelle des US- Staates Pensylvania und kämpft von dort aus für sein Leben und seine Freiheit. In Redebeiträgen wurde die Freilassung von Mumia und allen politischen Gefangenen gefordert, speziell auch von Axel, Harald und Sabine, die wegen angeblicher RZ- Mitgliedschaft gerade im Knast sitzen. Zu der Demo waren auch aus Oldenburg und Bremen Busse gefahren.
Braunschweig Am 4. März wollen Nazis mal wieder versuchen, in Braunschweig aufmarschieren. Das letzte Mal am 4.12.99 hatten sie es nicht geschafft. Wegen erheblichen Druck von antifaschistischer Seite wurde der Nazi-Aufmarsch verboten. Stattdessen demonstrierten mehrere tausend AntifaschistInnen in Braunschweig. Ein Aufmarschversuch von ca. 80 Nasen, die am 4. Dezember nach Lüneburg ausgewichen waren, wurde nach kurzer Zeit von Bullen in einem Vorgarten beendet. Der Treffpunkt der Nazis in Braunschweig ist am Stadtbad/ Nimesstraße. Naziaufmarsch in Braunschweig verhindern! Aktuelle Infos gibt’s dazu wie immer auf dem Oldenburger Antifa-Infotelefon unter der 0441-25273. |