Shock and Awe -
Kriegsbilder zwischen Dokumentation und Ideologie

Bilder der Welt und Inschrift des Krieges, 1988, 75'
Harun Farocki, mit einem Kommentar von Hito Steyerl

Freitag, 12. März 2004, 20 Uhr
Edith-Russ-Haus für Medienkunst
Katharinenstr. 23, Oldenburg
www.edith-russ-haus.de

Luftaufnahmen von 1944 zeigen die Konzentrationslager in Auschwitz. Die Aufklärer der amerikanischen Luftwaffe haben sie zufällig mit fotografiert, als sie die IG-Farben-Werke in Monowitz für die Bombardierung erfassten. Kommentare auf den Luftaufnahmen machen deutlich, erst Jahrzehnte später und mit dem Wissen der Nachkriegsjahre wurde entdeckt, was die Alliierten nicht sehen wollten oder konnten: Die Gaskammern, die Todeswand und hunderte von Menschen. Die Aneignung der Welt durch Bilder und die Enteignung der menschlichen Sinne und Fähigkeiten diese zu deuten ist das zentrale Thema des Films. In einem Transfer historischer und aktueller Strategien von Kriegsbildern werden ihre medialen Stereotypen, wird ihre »Inschrift des Krieges« entlarvt.
Geboren 1944 in Nový Jicin (Neutitschein), 1966-68 Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Nach Dozenturen in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Manila, München und Stuttgart, 1993-1999 visiting professor an der University of California, Berkeley. Farockis Oeuvre umfasst an die 90 Filme, darunter drei Spielfilme, Essayfilme und Dokumentationen. Seit 1966 zahlreiche Publikationen. 1974-1984 Redakteur und Autor der Zeitschrift Filmkritik (München). Seit 1990 außerdem zahlreiche Ausstellungen in Galerien und Museen.
»Die Bilder zeigen also die Wahrheit - aber eben nicht die „ganze“ Wahrheit. Sie erweisen sich als janusköpfiges Konstrukt, in dem „Momente der Wahrheit“ artikuliert werden können.«
Hito Steyerl, Dokumentarismus als Politik der Wahrheit, 2003.
In ihren letzten Arbeiten widmete sich die Autorin Hito Steyerl dem philosophischen Begriff der Wahrheit und untersuchte seine Bedeutung im Kontext der aktuellen Popularität dokumentarischer Strategien.
Lebt in Berlin, studierte Spiel- und Dokumentarfilm an der Hochschule für Visuelle Künste in Tokio und an der Akademie für Fernsehen und Film in München. Sie veröffentlichte filmische und literarische Essays zu Globalisierung, Rassismus und postkolonialer Kritik.


+++ Uns reicht’s! +++

Weg mit den Deformen gegen uns!

Veranstaltungen im Kulturzentrum PFL, Peterstr. 3:
Mittwoch, 10. 03. 04, 20 Uhr:
Proteste und Gegenwehr gegen den Kahlschlag bei den Leistungen für Erwerbslose
Mittwoch, 24. 03. 04, 20 Uhr: Gesundheitspolitik - was bleibt für uns?

Großdemonstration in Berlin am 3. April
Anmeldung zur Fahrt nach Berlin ab sofort beim DGB, Kaiserstr. 4 - 6, OL, T. 218760

Die ganze Richtung der Agenda-Politik ist falsch: Gesundheit und Bildung nur noch für die, die sich’s leisten können. Renten-“Reformen“ bis zur Altersarmut. Statt Arbeitslosen- und Sozialhilfe ein Arbeitslosengeld II, das vieles verspricht: Einkommensarmut, Wohnungsverlust, Zwang zur Schwarzarbeit, wenn überhaupt Jobs, dann zu Dumpinglöhnen - aber keine Arbeitsplätze mit Einkommen, für die es lohnt zu arbeiten. und weitere Angriffe sind schon angekündigt. Wir fordern drastische Arbeitszeitverkürzung und gerechte Verteilung von Arbeit und Reichtum, keine diskriminierenden Arbeiten, Mindesteinkommen, die vor Armut und ruinösem Lohnwettbewerb zwischen Erwerbstätigen und Erwerbslosen schützen.
Im „Sozialforum Oldenburg“ treffen sich seit einiger Zeit Initiativen, Gewerkschaften, Attac: Die Gegenwehr gegen die Agenda-Politik soll auch in Oldenburg spürbar werden.Erstes Ziel ist die möglichst große Beteiligung am Europäischen Aktionstag am 3. April 2004 an der Großdemonstration in Berlin.