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Hausbesetzung bunte Häuser - |
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Parkallee 5 wurde geräumt
Um 7:00 kamen drei Hundertschaften und räumten das Haus. Direkt danach wurde mit dem Abriß begonnen.
ABER DER KAMPF GEHT WEITER!
Die Häuser denen, die drin wohnen...
Die alte Villa in der Parkallee 5 ist wieder unbewohnt. Trotz eifriger Bemühungen der BesetzerInnen mit dem Eigentümer über eine Nutzung zu verhandeln, stellte dieser Strafanzeige, worauf die Polizei heute das Haus räumte. Kurz nach 7:00 Uhr rollten drei Hundertschaften (u.a. die BFE) vor und stürmten das Haus. Alle BesetzerInnen wurden samt Inventar in die Kaserne Vahr gebracht. Zur Zeit (11:00) sitzen noch 7 Frauen und 13 Männer in Polizeigewahrsam. Sie werden Erkennungsdienstlich behandelt und verhört.
Ungefähr 40 UnterstützerInnen verfolgten die Räumungsaktion, ohnmächtig etwas zu tun. Zahlreiche AnwohnerInnen kamen aus ihren Häusern, solidarisierten sich und wetterten gegen die Bullen.
Direkt nach der Räumung wurde auch schon mit dem Abriß des Hauses begonnen.
DIE VORGESCHICHTE:
Am Samstag den 16.02.02 wurde die Villa in der Parkallee 5 besetzt. Mit der Besetzung wollten wir für die Schaffung selbstbestimmter Wohn- und Lebensräume kämpfen. Wir sind der Meinung, daß Wohnraum ein elementares Menschenrecht ist, daß für alle bezahlbar sein muß.
Wir wollten uns die Möglichkeit schaffen, unser Leben, unseren Alltag ein
Stückweit nach unseren Bedürfnissen und Interessenzu gestalten. Dies ist auf
Grund
der immensen Kürzungen im Jugendbereich anders kaum noch möglich.
Während der Besetzung haben wir von allen Seiten sehr viel positive Resonanz erhalten.
Als die Polizei am Samstag nachmittag abgezogen war, kamen direkt die ersten NachbarInnen um ihre Solidarität zu bekunden. Sie boten uns an heiße Getränke zu kochen, lieferten Strom und Wasser. UnterstützerInnen brachten nicht nur Baumaterial, Essen, Möbel, etc. Sie legten auch eifrig Hand an, das Haus wieder instand zu setzen. Durch diese Unterstützung waren sehr schnell viele Räume wieder mit Böden ausgestattet und wurden auch bald gemütlich eingerichtet. Auch die Presse fand schnell großes Interesse an unserer Sache. Die ReporterInnen aller Medien gaben sich teilweise die Klinke in die Hand. Durch das gute Presse-Echo kamen viele PassantInnen, um sich das Haus mal aus der Nähe an zu schauen. Kaum jemand schlug die Einladung aus, das Haus von innen zu besichtigen und einen Kaffee oder Tee zu trinken.
Sogar das Stadtamt ließ es sich nicht nehmen, die Antragsformulare für eine geplante Demo persönlich vorbei zu bringen. Besonders groß war die Freude, als Post von UnterstützerInnen geliefert wurde.
Lediglich von Seiten der Politik kam, trotz des elementaren Problems und des großen öffentlichen Interesses, keinerlei Reaktion. Obwohl das Thema "Stadtbild" (Häuser am Wall) auf der Bürgerschafts-Sitzung am Dienstag behandelt wurde, konnte mensch keinen Versuch des Senats bemerken, unsere Anliegen auch nur zur Kenntnis zu nehmen.
WIE GEHT `S WEITER?
Auch wenn das Haus heute geräumt wurde, werden wir nicht den Kopf einfach
in den Sand stecken; im Gegenteil. Die gro
ße Welle der Unterstützung und Sympathie, die uns in den vergangenen
Tagen entgegen kam, ermutigt uns weiter zu machen. Unsere Ideen und
Forderungen hängen nicht an den vier Wänden
der Parkallee 5. Es gibt noch viele Häuser in Bremen, in denen unsere Ideen
verwirklicht werden können.
Vom Bremen Senat fordern wir weiterhin:
- daß er sich für unser Projekt einsetzt
- keine Profit orientierte Kahlschlagsanierung
- keine weiteren Kürzungen im Jugend-, Sozial-, und Kulturbereich, keine Schließung von bereits bestehenden Einrichtungen, wie z.B. den Fuhrpark
- keinen weiteren Abriß von Altbauten und eine Erweiterung des Denkmalschutzgesetztes
FAZIT!?
Es wurde bewiesen, daß Hausbesetzungen nicht mit den 80er Jahren ausgestorben sind. Sie sind immernoch ein legitimges Mittel um Freiräume zu erkämpfen. Das dies nicht nur unserer Meinung entspricht hat die durchweg positive Reaktion der Bevölkerung gezeigt.
Wir werden auf jeden Fall weiter kämpfen. Über eure Unterstützung würden wir uns natürlich auch weiterhin freuen. Haltet Augen und Ohren auf, mit uns muß weiter gerechnet werden.
Eure Familie B.Setzer
...aber der Kampf geht weiter !!!