Asylrecht ist Menschenrecht!

Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört!

In unserer Einheit als Flüchtlinge zusammen mit Migrantinnen und Migranten und allen, die Rassismus verachten und für menschlichen Fortschritt eintreten, rufen wir auf:

Beteiligt Euch an der Karawane Tour 2002
vom 17. August (Bremen) bis zum 21 September (Berlin)


In der heißen Phase des bundesdeutschen Wahlkampfes, der zu einem großen Teil auf dem Rücken der Flüchtlinge ausgetragen wird, werden wir wie bereits 1998 durch die gesamte Bundesrepublik reisen. Die „Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen" wird bis zum Vorabend der Bundestagswahl in über 25 Städten und Orten Station machen. In verschiedenen Städten, Dörfern und Flüchtlingsheimen in ganz Deutschland werden wir versuchen, die Zusammenarbeit mit den fortschrittlichen Kräften zu stärken, die Zusammenarbeit unter den Flüchtlingsorganisationen zu intensivieren und Unterstützung für von Flüchtlingen organisierten Widerstand geben.

Bereits seit dem ersten tiefen Einschnitt in das Recht auf Asyl (1993) werden jedes Jahr weniger als 4% aller AsylantragstellerInnen anerkannt, 95% und mehr dagegen abgelehnt. Mehr als
50.000 Menschen werden jährlich abgeschoben. Abschiebung ist der schärfste Ausdruck staatlichen Rassismus.

AsylbewerberInnen werden von der deutschen Gesellschaft abgesondert und isoliert. Viele Lager und Heime befinden sich in abgelegenen Gebieten, tief im Wald oder am Rand kleiner Dörfer. Die sogenannte Residenzpflicht verbietet uns den zugeteilten Landkreis zu verlassen. Wir werden einerseits als Menschen unsichtbar gemacht, anderseits wird in der Öffentlichkeit ein Bild der Bedrohung von uns gezeichnet.

Wir wehren uns gegen:

- die kriminelle Abschiebepraxis und neue Internierungslagerpolitik

- die lebensfeindliche Situation für uns Flüchtlinge in Deutschland und rassistische Verfolgung

- rassistische Propaganda in den Medien und von Politikern

Wir kämpfen:

- für unsere Rechte als Flüchtlinge und Migrantinnen und Migranten

- für die Menschen, die wir in unseren Heimatländern zurücklassen mussten

- gegen den Krieg und die Zerstörung unserer Länder

Wir werden nicht tatenlos daneben stehen und zusehen, wie das Asylrecht von denjenigen, die keine Achtung für die Menschenrechte haben, hinweggefegt wird.

Kommt in die Karawane! Für eine große solidarische Bewegung für unsere Rechte!

Gegen menschliche Entfremdung und die Zerstörung aller sozialen Beziehungen!

Karawane-Gruppe Oldenburg:

c/o „Dritte Welt" Informationszentrum, Auguststraße 50, 26121 Oldenburg;

fon/fax: +441 776 777

Mit der Karawane Tour 2002 treten wir in die Öffentlichkeit und durchbrechen die Isolation!


Ab dem 4.7. Treffen jeden Donnerstag 18:00 Uhr in der ALSO, Kaiserstraße 19.

Es werden dringend Spenden gebraucht;
Spendenkonto:
Initiative Grenzenlos; Sparkasse Halle; Kto: 38 13 08 546; BLZ: 800 537 62; Stichwort: Karawane



Asylrecht ist Menschenrecht!

Mit dem neuen „Zuwanderungsgesetz" wird der Angriff auf uns Flüchtlinge um ein Vielfaches verstärkt, der letzte Rest des Asylrechts in Deutschland vernichtet! Die deutschen Wirtschaftsinteressen sind das einzige Kriterium dafür, wer in Deutschland erwünscht ist!

- Soziale Ausgrenzung, gesellschaftliche Isolation und die kriminelle Abschiebepraxis werden noch weiter gesteigert. Arbeitsverbote, weitere Reduzierung der Sozialversorgung, Ausweitung der Aufenthaltsbeschränkun-gen sind nur einige Punkte aus dem Gesetz, mit denen uns jegliche Lebensperspektive genommen werden soll.

- Es werden in allen Teilen Deutschlands sogenannte Ausreiselager eingerichtet. Nach Vorbild der berüchtigten Modellprojekte in Oldenburg, Braunschweig (Projekt X) und Ingelheim sollen tausende Flüchtlinge bis zu einer möglichen Abschiebung interniert werden. Bis auf drei Mahlzeiten am Tag wird jegliche soziale Unterstützung verweigert. Dieses grausame Programm wird den größten Teil der ca. 250.000 Flüchtlinge mit „Duldungsstatus" betreffen.

- Mit der Nichtanerkennung von Nachfluchtgründen soll unser exilpolitisches Engagement verhindert werden. Der deutsche Staat will unsere Stimme hier für die Menschen in unserer Heimat zum Schweigen bringen. Er will nicht, daß wir für eine Verbesserung der Situation in unseren Herkunftsländern kämpfen. Mit den nach dem 11.Sept. 01 verabschiedeten „Anti-Terror-Gesetzen" kann jetzt unsere politische Verfolgung, die gestern noch unseren Flüchtlings-status begründet hat, heute als terroristisch eingestuft werden.

Politiker und Medien benutzen uns, um den Unmut in der deutschen Bevölkerung über soziale Missstände auf uns abzuwälzen. Sie schüren Rassismus, um von der ungerechten Verteilung des wirtschaftlichen Reichtums abzulenken.

Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört!

Viele unserer Länder haben großen Reichtum, aber dieser kommt nicht der dort lebenden Bevölkerung zu Gute. Die Mehrheit der Menschen leben in großem Elend, leiden unter Armut, Hunger, Verfolgung und Krieg.

- Verantwortlich für diese Zustände sind korrupte Eliten in unseren Ländern, die nur ihre eigenen Interessen vertreten.

- Verantwortlich sind die großen westlichen Konzerne, die unsere Länder ausbeuten, ohne angemessen dafür zu bezahlen.

- Verantwortlich sind die westlichen Regierungen, die in Zusammenarbeit mit Regierungen unserer Länder, jegliche fortschrittliche, sozial und ökonomisch gerechte Entwicklung verhindern.

- Verantwortlich sind die imperialistischen Länder, die ihre Interessen immer mehr militärisch durchsetzen und die Verwüstung und Zerstörung unserer Länder fortsetzen.

Seit dem September des vergangenen Jahres, als der imperialistische „Krieg gegen den Terrorismus" in Afrika, Asien und Lateinamerika begonnen wurde, beobachten wir mit Bestürzung, dass in unseren Heimatländern menschliches Leben immer mehr an Wert verliert. Terroristische Regime auf der ganzen Welt benutzen den von den USA angeführten Krieg, um ihre KritikerInnen zu bekämpfen. Mächtige Länder wie England und die BRD folgen den USA mit ihren Militärapparaten in unsere Länder um bei der Verteilung der wenigen noch verfügbaren Ressourcen der Erde nicht zu kurz zu kommen. Dieser neue Krieg missachtet das Leben der am meisten unterdrückten Menschen auf der Welt, und er missachtet die Menschenrechte für die ärmsten Länder der Welt. Als wir aus unseren Ländern flohen, um in anderen Teilen der Welt Schutz zu suchen, blieben unsere Herzen bei den Menschen, die die Kämpfe um die Befreiung unserer Völker weiterführen. Wir werden niemals zulassen, dass das unaussprechliche Leid, die Folter und der Tod, die direkte Folge der Kriege der von den westlichen Mächten unterstützten Diktatoren sind, in Vergessenheit geraten. Vom Afghanistan-Krieg über den „Plan Colombia", den endlosen Krieg im Mittleren Osten, die Menschenrechtsverletzungen und dem Krieg gegen Befreiungsbewegungen im Iran, in Türkei/Kurdistan, in Peru, in Nepal, in Sri Lanka, in Kamerun und vielen weiteren Ländern: das Ergebnis sind stets Flüchtlinge.

KRIEG VERURSACHT FLÜCHTLINGE!

NICHT FLÜCHTLINGE VERURSACHEN KRIEG!

Uns bleibt keine Wahl, als uns mit Flüchtlingen aller Nationalitäten, Kulturen und Sprachen zusammenzuschlie-ßen und für unsere Rechte hier und für unsere Länder zu kämpfen!

Wer heute nicht gegen das Unrecht aufsteht, ist mitverantwortlich und wird morgen vielleicht selbst zum Opfer des Unrechts!

further information: www.humanrights.de

ViSdP: B.tram, Brigittenstr. 5, 20359