ANTIFA aktuell

NPD-Aufmärsche in Leipzig, 8.6.

Am 8.6. fanden in Leipzig gleich zwei Fascho-Aufmärsche anlässlich eines Protestes gegen die Wehrmachts-Ausstellung statt. Während Worch und Konsorten den einen Demomarsch von 500 Glatzen vom Hauptbahnhof zum Ostplatz führte, steuerte der zweite Aufmarsch, der direkt von der NPD organisiert worden war, mit etwa 2000 TeilnehmerInnen das Völkerschlacht- denkmal an.

Traurigerweise waren kaum Gegen- veranstaltungen oder Gegendemonstrant- Innen zu finden. Bei verregnetem Wetter waren nur ca. 300 Linke und AntifaschistInnen unterwegs. Zudem wurden wieder 4000 Bullen aus dem ganzen Bundesgebiet herangezogen, die jeglichen Fussgängerverkehr im Süden über Osten bis Norden zu 100% unterbanden, so dass es zu keinerlei Aktionen gegen die Aufmärsche kam.

DemonstrantInnen besetzen Pergamonaltar in Berlin, 9.6.

Anlässlich des Jahrestages des Massakers von Distomo, Griechenland, besetzten DemonstrantInnen den berühmten Pergamonaltar in Berlin. Auf griechischen und deutschen Transparenten forderten sie die sofortige Entschädigung der Opfer deutscher Kriegsverbrechen. Am 10. Juni 1944 überfielen Angehörige der 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division das griechische Dorf Distomo und ermordeten als Reaktion auf einen Partinsanenüberfall 218 BewohnerInnen jeglichen Alters.

Vor dem Pergamonmuseum fand eine Kundgebung mit musikalischer Untermalung statt, die von zahlreichen internationalen MuseumsbesucherInnen interessiert und mit Sympathie verfolgt wurde. Nur einzelne Angestellte des Museumssicherheitsdienstes versuchten die Transparente herunterzureissen. Während das Pergamonmuseum für mehr als eine Milliarde Euro restauriert wird, gibt es für die Entschädigung griechischer Überlebender keinen Cent.

Die DemonstrantInnen hinterliessen ein Transparent an einem Fahnenmast: „Kunst geniessen, Massaker vergessen - Distomo, 10.Juni 1944".

Die erst nach einiger Zeit anrückende Bullerei versuchte ihre Verspätung durch die übereifrige Personalienkontrolle von MuseumsbesucherInnen zu kompensieren.

Fascho-Angriff auf PDS-Stand in Saarbrücken , 16.6.

Gegen14.00 Uhr hatten Neonazis einen Informationsstand der PDS in der Innenstadt überfallen und ein Parteimitglied verletzt. Der Mann musste nach PDS-Angaben in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Polizei nahm drei der besoffenen Randalierer fest.

Zuvor waren die Täter schon bei einem Streit mit einer 45-Jährigen Frau aufgefallen. Einer der Nazis hatte versucht der Frau den Fotoapparat und ihren Rucksack zu entreißen, nachdem sie im Autokonvoi fahrende Fußballfans fotografiert hatte. Die Frau wehrte sich und konnte, nachdem weitere Passanten hinzukamen, fliehen.

Ein paar Ecken weiter versuchte der Mann wieder, der Frau den Apparat und Rucksack weg zu nehmen. Nun ging eine ganze Gruppe Glatzen auf die Frau los, welche sich in ein nahes Geschäft rettete. Der Inhaber beruhigte die Fußballfaschos, die schließlich abzogen.

Als die Frau etwas später die Anzeige bei der Polizei stellte, brachte diese gerade mehrere Glatzen auf die Wache, die an einem Infostand auf PDS-Aktivisten eingeprügelt hatten. Sofort erkannte die Frau den Angreifer wieder, dem nun Verfahren wegen Beteiligung an einer Körperverletzung, versuchten Raubes, und dem Tragen und Zeigen verbotener Embleme aus der Nazizeit drohen.

„Böhse Onkelz" Sänger soll Fascho in Mannheim misshandelt haben, 17.6.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt gegen Kevin Russel, den Sänger der „Böhsen Onkelz", weil dieser vor dem Konzert in der Maimarkthalle Ende Mai einen 17-Jährigen Fascho misshandelt haben soll.

Wo die „Böhsen Onkelz" auftreten, tummeln sich auch heute noch gerne Nazi-Skins, obwohl sich die Band schon vor 15 Jahren (angeblich) aus der Nazi-Szene verabschiedet hatte. Die NPD witterte deshalb unter den Besuchern des Mannheimer Konzerts Potenzial und schickte eine kleine Gruppe junger Anhänger los, um vor der Maimarkt-Halle Unterschriften für die Bundestagswahl zu sammeln. Dabei ist ein 17-jähriger NPD-Aktivist aus dem südpfälzischen Bellheim von vier Security-Leuten erwischt und in den Backstage-Bereich gebracht worden. Dort, so schilderte der arme Glatzenkopp später den Cops, hätten die Band und andere Personen auf den Auftritt gewartet. Als Kevin Russell von der Wahlkampfaktion erfahren habe, sei er zunächst mit einem Gummiknüppel auf den 17-jährigen Skinhead losgegangen. Dann habe sich der rechte Wahlkämpfer vor den Leuten ausziehen müssen, sei mit Silberfarbe besprüht worden und habe anschließend seine Unterschriftenliste aufessen müssen. (Quelle: www.de.indymedia.org/2002/06/24363.shtml)

NPD-Stand in Erfurt getrasht, 19.6.

Gegen 11.00 Uhr hatten Kader der NPD und des NSAW (Nationales und soziales Aktionsbündnis Westthüringen) einen NPD - Infostand in der Erfurter Innenstadt aufgebaut. Wenig später wurde der Stand von einem Dutzend Leuten angegriffen und umgeschmissen. Ein Faschoauto wurde demoliert und zwei NPDler mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, verhaftet wurde niemand.

Kurze Zeit danach flogen an mehreren Punkten in der Stadt (besetztes Haus, Krämerbrücke...) die Hubschrauber tief, viele Leute wurden gefilmt und auf Personalien kontrolliert.