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linke Politik an der Carl von Ossietzky Universität
alternative
liste
Jahrzehnte gegen
den Verlust der Utopie!
Seit 1989 versuchen Menschen im Rahmen der alternativen liste (al) linke Hochschulpolitik an der Carl von Ossietzky-Universität zu machen. Ausgangspunkt für uns ist vor allem die Überzeugung, daß Gewalt, Unterdrückung und Ausbeutung nach wie vor nur allzu präsent sind. Krieg ist für Deutschland wieder Mittel der Politik geworden. Doch wir lassen uns die Utopie einer gerechten Gesellschaft ohne Krieg, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Ausbeutung und Umweltzerstörung nicht nehmen und kämpfen für ihre Verwirklichung. Das Gerede vom Ende der links-rechts-Gegensätze kann uns dabei nicht beirren, und auch die nominalsozialistischen Staaten waren für uns keine reale Alternative. Daher wäre es falsch, ihr Ende als Anlaß zu betrachten, die Kritik am weiterbestehenden und zunehmend aggressiver werdenden Kapitalismus zu beenden. Im Rahmen unserer Kapitalismuskritik stellt die patriarchale Strukturierung der Gesellschaft keineswegs einen Nebenswiderspruch dar. Die Überwindung des Patriarchats ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine HERRschaftsfreie Gesellschaft.
Ein wesentlicher Bestandteil unseres Politikverständnisses ist Basisdemokratie. Wir lehnen daher eine Zusammenarbeit mit Parteien ab. Bei unseren internen Entscheidungen versuchen wir, einen für alle tragbaren Konsens zu finden, beim Handeln nach außen (z.B. im StuPa) gibt es bei der al keinen Fraktionszwang. Politische Arbeit an der Uni bedeutet für uns keine Beschränkung auf den engen universitären Raum. Wir wollen den akademischen Elfenbeinturm ins Wanken bringen und dazu muß auch der Rahmen von Lehre und Forschung sowie deren Verwertung hinterfragt werden. Wer sich nur auf die eigene Gruppe konzentriert, wird zum Spielball der HERRschenden und verschlechtert tendenziell die Situation derer, mit denen er/sie sich nicht solidarisiert. Angesichts dessen dürfen wir uns nicht auf Forderungen wie bessere Kopierer", mehr Bücher" oder mehr BAföG" beschränken; wir lehnen die Ausspielung der Interessen von Studierenden gegen die sozial benachteiligter Gruppen ab! Es muß z.B. bezahlbaren Wohnraum oder auch günstigen öffentlichen Nahverkehr für alle geben und nicht nur für Studis.
Es darf nicht vergessen werden, daß die neue BRD einer der reichsten Staaten der Welt ist. Dieser Reichtum ist durch die Ausbeutung von Menschen auf der ganzen Welt zusammengerafft worden. Wir müssen die Interessen der HERRschenden, andere Länder und Menschen in Abhängigkeit zu halten, aufzeigen und uns mit den Kämpfen revolutionärer Befreiungsbewegungen solidarisieren.
Im Rahmen der alternativen liste beschäftigen wir uns mit den Bereichen Hochschulpolitik, Internationalismus, Sexismus, Antisemitismus, Rassismus und Ökologie. Dabei ist der Kontakt zu linken außeruniversitären Basisgruppen wichtig. Wir legen Wert darauf, im personellen und inhaltlichen Austausch mit Menschen zu stehen, die in vielen verschiedenen Zusammenhängen leben und kämpfen. Wir versuchen, neben der oft unbeachteten Arbeit in Gremien, durch Veranstaltungen und unsere Zeitung, die al dente", Diskussionen über politische Themen anzuregen oder weiterzuführen. Wir freuen uns über alle, die dabei mitwirken wollen. An unserem basisdemokratischen Anspruch orientiert wollen wir im AStA Arbeitsgruppen anbieten, die wesentlich mehr direkt von listenunabhängigen Studis mitgetragen werden können. Die Verbreiterung der AStA-Basis heißt aber nicht, daß eine pluralistisch ausgewogene" Studi-Vertretung entstehen soll. Ausgewogenheit in einer Gesellschaft, die sich ausdrücklich als eine Gesellschaft von Interessenvertretern definiert? Das kann nur bedeuten: Nichtssagend, tot, leer. langweilig. Es bedeutet das Ende der Kritik." (H. Böll; Radikalität und Hoffnung).
Weitgehend sollen an die Stelle der früheren politischen Referate Arbeitsgruppen (AGen) treten. In diesen AGen sollen Menschen aus den verschiedenen AStA-tragen Listen und Leute, die keiner Liste angehören, themenbezogen und selbstbestimmt zusammenarbeiten. Wir wollen keine Kadergruppe, sondern einen AStA, der für alle offen ist, die sich im Rahmen unserer Arbeitsgrundlage (Anti-Sexismus, Anti-Rassismus, gegen Antisemitismus, Anti-Faschismus. Anti-Imperialismus und Anti-Nationalismus) engagieren wollen.
Wenn aber
das Gesetz so geschaffen ist, dass es notwendigerweise aus Dir den Arm des Unrechts
an einem anderen macht, dann, sage ich Dir: Brich das Gesetz. Mach Dein Leben
zu einem Gegengewicht, um die Maschine aufzuhalten." (H. D.
Thoreau; Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat (1849)
Lesung:
22.
Januar, 20:30 h, Alhambra : Christoph Spehr (HB)
Der Autor und Alaska-Redakteur
liest aus seinem Buch
Die Aliens sind unter uns- Herrschaft und Befreiung im demokratischen
Zeitalter"
... und natürlich bei den StuPa-Wahlen Ende Januar AL wählen!