Sozialabbau als Treibstoff für die Rüstung?
Die Agenda 2010 der rot-grünen Bundesregierung steht für
tiefe Einschnitte in das soziale Netz. Hierzu zählen der Wegfall der Arbeitslosenhilfe,
die Streichung des Krankengeldes, die Verschlechterung des Kündigungsschutzes,
die Verkürzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes usw. Den Streichungen
im Sozi-alsystem und der Massenarbeitslosigkeit stehen wach-sende Ausgaben für
den Verteidigungshaushalt und Auslandseinsätze der Bundeswehr gegenüber.
Die Veranstaltungsreihe >Rüstung und Sozialabbau< thematisiert den
Zusammenhang zwischen der gegenwärtigen deutschen und europäischen
Außen- und Sicherheitspolitik sowie der damit verbundenen neuen Hochrüstung
und der um sich greifenden Sozialabbaupolitik. Übergreifend soll die Frage
gestellt werden, ob die Steuergelder für überteuerte Waffensysteme
nicht besser in Konversionsprogramme für sozial nützliche und ökologisch
sinnvolle Arbeitsplätze zu verwenden wären.
Die neuen EU-Verträge über die militärische Zusammenarbeit besagen,
dass alle Mitgliedsstaaten ihre Ausgaben für die Rüstung zu erhöhen
haben. Angesichts einer neoliberalen Wirtschaftsstandortpolitik und den damit
verbunden sinkenden Steuereinnahmen werden die Rüstungsausgaben zunehmend
den Beschäftigten, den Arbeitslosen, den Sozialhilfeempfängerinnen,
den Schülern und Studentinnen, den Alten und Kranken aufgebürdet.
Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Ausga-ben für 60 neue Militärtransporter
von offiziell 8,3 Mrd. Euro sind ähnlich hoch wie die geplanten Einsparungen
bei den Renten. Die gegenwärtigen jährlichen Ausgaben für die
Auslandseinsätze entsprechen ungefähr der Höhe dessen, was im
Rahmen der Agenda 2010 über eine private Zusatzversicherung für Zahnersatz
den Bürgerinnen auf gezwungen werden soll.
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