Veranstaltungsreihe zu dem Thema
Afrika
und (Neo-)Kolonialismus

Mi. 29.01.03
um 18:00 Uhr im Bibliotheks-Saal, Uni- Bibliothek, Uhlhornsweg, Oldenburg

VORTRAG UND FILMEINFÜHRUNG: „Deutsches Afrika"

Die Deutschen wissen sehr wenig darüber, dass sie einmal Kolonialmacht waren. Dabei wurde die Aufteilung Afrikas unter den Kolonialmächten vor 120 Jahren auf einer Konferenz in Deutschland beschlossen. Die „Berliner Konferenz" ist für Afrikaner bis heute ein Synonym für die imperialistische Politik der Eroberung ihres Kontinents. Wer in Deutschland weiss heute etwas von „Deutsch- Ostafrika" oder den furchtbaren Kriegen in „Südwest"? Dass Deutschland mit Afrikas Geschichte auf vielfache Weise zu tun hat, das Afrika-Bild der Deutschen aber sehr zu wünschen übrig lässt, ist Thema dieses Abends.

Referent ist der Filmemacher Martin Baer

FILM 20 UHR: „ BEFREIEN SIE AFRIKA! „ - ebf. im Bis- Saal, Uhlhornsweg, Ol.
Dokumentarfilm, Deutschland 1999, 83 Minuten, Farbe und schwarz/weiß

Der Film erzählt die Geschichte des deutschen militärischen Engagements in Afrika von 1940 bis heute. Zugleich ein Film über den deutschen Mythos Afrika: 500 Ausschnitte aus Spielfilmen, Reportagen, Dokumentationen, Comics, Werbespots, Musikvideos und Computerspielen illustrieren das deutsche Afrika-Bild der letzten fünfzig Jahre, darunter bisher nie gesehenes Material aus ost- und westdeutschen Archiven. Kriegsveteranen, Legionäre und Offiziere erzählen von ihrem Traum von Afrika. Eine schnelle, eng verwobene filmische Collage über die deutsche Militärpolitik in Afrika und über die Wechselwirkung von Politik und Populärmythen.

www.uni-oldenburg.de/asta www.baerfilm.de/



Mi. 05.02.03
um 20:00 Uhr im Universitäts-Gebäude A1 0- 007, Uhlhornsweg (gegenüber der Bibliothek)

Ressourcenkolonialismus, Warlord-Ökonomien und transnationale Netzwerke:
Das Beispiel Demokratische Republik Kongo

Referent: Ruben Eberlein (Jungle World Autor)

Die Kriege in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) liegen nicht nur geografisch im Zentrum einer Zone permanenter militärischer Gewalt, sondern weisen auch alle Charakteristika auf, die anderen gewalttätigen Konflikten zueigen sind: die radikale Auflösung der Reste moderner Staatlichkeit, die Verfestigung von Warlord-Ökonomien, die Etablierung transnationaler Akteursnetzwerke sowie die Schwächung sämtlicher ziviler Organisationen.

Die Autorität der lokalen Kriegswirtschaften speist sich aus der Verfügung über relativ leicht zu transportierende Ressourcen wie Coltan, Gold, Diamanten oder Holz und ihrer Fähigkeit zur Stabilisierung transnationaler Akteursnetzwerke. Vor allem auf kurzfristige Gewinne setzende Unternehmen wie Bergbaukonzerne, Transportfirmen und Söldneragenturen profitieren von der radikalen Auflösung der Reste moderner Staatlichkeit, die zwischen 1997 und 2002 3 Millionen Menschen das Leben gekostet hat. An diesem „Regionalkrieg" wird in Kigali (Rwanda), Harare (Zimbabwe), Kinshasa (DRC) oder Kampala (Uganda) ebenso verdient wie in Hope (Arkansas, USA), Antwerpen oder Goslar.


Veranstalter: AStA der Carl von Ossietzky Uni Oldenburg
Fortgesetzt wird die Reihe im April.