Es reicht!
Am 17.Oktober sollte im Versammlungsraum im Mehringhof eine `Bahamas'-Veranstaltung zur Kritik von Asexualität und Obszönität" stattfinden. .JedeR der/die den Artikel Infantile Inquisition" in der Bahamas Nr.32 (mit dem Titel: Im Visier des Volkszoms-Auständer,Hunde Vergewaltiger") gelesen hatte, wußte, daß es besser wäre, diese patriachalen Kleingeisster nicht zu Wort kommen zu lassen. Im folgenden werden wir die Verhinderung der Veranstaltung, sowie die gewalttätigen Auseinandersetzungen an diesem Abend schildern und unsere Konsequenzen aus dem Geschehenen erläutern.
Chronologie des Abends
Der Versammlungsraum war mit ca. 150 Leuten recht gut gefüllt - darunter auch ca. 30 AAB-lerInnen. Als vom Podium aus der Beginn der Veranstaltung verkündet wurde, begannen etliche Frauen* und einige Männer* mit Trillerpfeifen und weiterem Lärm ihren Unwillen, über bestimmte Positionen zu diskutieren, kundzutun. Die Stimmung im Raum war noch recht entspannt, auch nachdem andere Störerinnen mit dem Sicherungskasten am Eingang das Licht und die `Bahamas'-Lautsprecheranlage vom Netz nahmen. In der Folgezeit kam es dann zu kleineren Rangeleien am Sicherungskasten zwischen einzelnen `Bahamas'-VertreterInnen und den StörerInnen -jedoch ohne Erfolg für die VeranstalterInnen. Einige AAB-lerInnen mochten dem Treiben wohl nicht länger tatenlos zusehen und entschlossen sich der Forderung nach Strom mehr Nachdruck zu verleihen. So kam es am Eingang zu regelrechten Prügelszenen, wobei einzelne AAB-ler in Kampfsportmanier um sich schlugen und traten. Hätten sich nicht einzelne Menschen deeskalierend eingemischt, wäre die Sache bestimmt nicht mit der Eroberung des Sicherungskastens und dem zwischenzeitlichen Rauswurf der StörerInnen zu einem vorläufigen Ende gekommen. Nun versuchten die `Bahamas'-Leute gegen den Lärm der im Raum verbliebenen StörerInnen die Veranstaltung durchzusetzen. Doch nach wenigen Minuten wurde auf Intervention einer Frau aus dem Mehringhof die Veranstaltung für beendet erklärt. Gleichzeitig wurde ebenfalls vom Podium aus dazu aufgerufen dem gewalttätigen Mob" (gemeint waren die StörerInnen) massiv zu zeigen, dass er hier nicht erwünscht ist". Die AAB-lerInnen zeigten mit dem Rufen der NPD-Parole ."Argumente statt Verbote" auf welchem Niveau sie sich millerweile befinden und Justus Wertmüller (Bahamas) verkündete sodann durchs Mikro, der FrauenLesben-Mob" sei wie die Nazis" und müsse auch so behandelt werden" . Da ließen sich die AAB-lerInnen nicht lange bitten - um die immer noch lärmenden StöreInnen wurde ein Halbkreis gebildet und mit Drängeleien weitere Auseinandersetzungen provoziert. Die StörerInnen sollten nach eigenem Bekunden der AAB-lerInnen richtig was abkriegen" um bei nachfolgenden Veranstaltungen das StörerInnenpotential von vorneherein fern zu halten. Wieder war es die Deeskalation von Einzelpersonen, die schlimmeres verhinderten. So leerte sich der Raum, begleitet von weiteren verbalen Atacken und Kleingeldwerfereien ( auf die StörerInnen), seitens der AAB-lerInnen. Doch ein Ende schien nicht in Sicht zu sein, denn nun sammelten sich auf dem Hof ein wirklicher Mob aus AAB-lerInnen und Leipzigern ( RAAL). Angesichts der Drohungen gegenüber den StörerInnen während der Auseinandersetzungen im Versammlungsraum (Ihr müßt ja noch nach Hause - wir sehen uns draußen") stellte dieses Szenario eine wirkliche Bedrohung dar. Die StörerInnen gingen dann mit ihren UnterstützerInnen unter Meidung des AAB-Hofes" direkt ins EX, Dort kam es zwar noch zu verbalen Auseinandersetzungen mit nachströmenden AAB-lerInnen, aber sonst blieb es ruhig.
Konsequenzen
Wir werden uns hier nicht weiter zur `Bahamas' äußern (wegen ihrer völligen Bedeutungslosigkeit für alle Menschen die ernsthaft Politik machen wollen und nicht nur der Provokation wegen alles und JedeN `kritisieren'). sondern uns auf den Umgang mit der AAB beschränken. Von großen Teilen der AAB wird intern schon seit längerem ein totaler Bruch mit der Szene" propagiert. Diesen Bruch haben sie mit ihrem Verhalten auf der Veranstaltung praktisch manifestiert. Es ist davon auszugehen daß ein Großteil der AAB-SchlägerInnen von diesem Abend den ` Bahamas -Artikel noch nicht einmal gelesen hatten- Es ging also nicht darum, sich für etwas einzusetzen, sondern nur darum, gegen die verhaßten irren FrauenLesben und deren männlichen Anhang" vorzugehen. Nach dem Motto `Der Feind unseres Feindes ist unser Freund' wurde von AAB-lerInnen festgestellt, das die `Bahamas' auf unserer Seite ist". Uns ist klar, daß nicht alle AAB-lerInnen an diesem Abend anwesend waren, doch wer/welche solches Verhalten und Denken duldet, ist dafür mitverantwortlich. Unsere Konsequenzen aus den Auseinandersetzungen um die `Bahamas `-Veranstaltung sehen so aus,. daß wir in keinster Weise mehr mit der AAB und deren Jugendorganisationen zusammenarbeiten werden. Wir waren schon vor diesem Abend der Meinung, das es zu kurz gegriffen ist, mit der AAB in Bündnissen mit einer Distanz wie zu bürgerlichen linksliberalen Gruppen zusammenzuarbeiten (Wie z.B. vom BAT und der ARD angekündigt.)
Doch nun nach diesem Abend und den Gewaltexzessen gegen Menschen, die keine Lust haben, antipatriachale Politik und Forderungen per se als PC-Terror von realitätsfremden (das Patriachat existiert ja nicht mehr) und lust feindlichen (Lust tritt ja immer aggressiv auf) Moralaposteln" diffamieren zu lassen - ist endgültig Schluß. Jede Zusammenarbeit (ob nun in linksradikalen oder bürgerlichen Bündnissen für Demos oder sonst was) mit der AAB stärkt ihre Position und ist damit mehr als unangebracht. Die Gruppen und Einzelpersonen die die `Streitereien' um die AAB und ihr Täterschutzverhalten bisher immer nur als Problem für die politische Praxis gesehen haben, sollten spätestens jetzt Position beziehen und unabhängige Antifa-Gruppen und sonstige linksradikale Zusammenhänge sollten sich überlegen, wie wir gemeinsam ohne und wenn nötig gegen die AAB antirassistische, antikapitalistische und antisexistische Positionen stärken und in der Praxis wieder eine relevante Rolle spielen können. Wir fordern hiermit auch speziell das Bündnis gegen Rechts" Leipzig auf, von dem `Organisierungs-Kongress' im nächsten Jahr mit der AAB Abstand zu nehmen.
WER VOM PATRIACHAT NICHT REDEN WILL, SOLLTE AUCH VOM KAPITALISMUS SCHWEIGEN !!!
* Wir schreiben im Text von Männern" und Frauen", obwohl wir meinen, daß Geschlechter konstruiert sind. Die bloße Negierung dieser Konstrukte (wie z.B. die geschlechtsneutrale Schreibweise in dem AAB - Papier Neue Sachlichkeit") trägt der gesellschaftlichen patriachalen Realität keine Rechnung und ist damit reaktionär.
Kontakt, Infos und Anregungen: es-reicht@firemail.de
Unabhängige Anti-Fa Gruppe Berlin
VERGEWALTIGUNG IST KEINE MEINUNG; SONDERN EIN VERBRECHEN! NEIN HEISST NEIN!
Am 17.10.00 haben wir eine Veranstaltung der Bahamas mit dem Titel Zur Kritik von Obszönität und Asexualität - Sexismusdebatte zwischen Anti-Pat und Herrenwitz" gesprengt!
Für uns stellt der Artikel Infantile Inquisition" in der Bahamas Nr. 32, auf dem die Veranstaltung basierte, keine Diskussionsgrundlage dar, und das aus unterschiedlichen Gründen:
Der Artikel
- behauptet, das Patriarchat sei so gut wie überwunden (wobei ein deutlich zu kurz gegriffener Patriarchatsbegriff verwendet wird!)
- und wirft gleichzeitig - eurozentristisch - manchen migrantischen, insbesondere islamischen communities" extrem patriarchale soziale Strukturen vor;
- individualisiert Gewalt gegen Frauen; begreift sie nicht als das, was sie ist: alltägliche Manifestation des Patriarchats;
- setzt Vergewaltigung mit Verführung gleich und stellt sie als einen Teil der Sexualität dar. Bei Vergewaltigung geht es nicht um Sexualität, sondern um Macht und Unterwerfung!
- verschweigt, was eine Vergewaltigung für die Überlebende bedeutet;
- spricht Frauen die Fähigkeit ab, das zu meinen, was sie sagen. Nein heißt nein!
- lehnt die Definitonsmacht der Frau ab.
- packt Stammtischparolen in `wohlklingende' Worthülsen und irritierend-verfälschte Sinnkonstruktionen, um dumpfen Sexismus auch in linken Kreisen wieder salonfähig zu machen: endlich kann Mann wieder ohne Ende ficken, und zwar wann, wo, wie und wen Mann will!
- ist bewußt
zu provokant verfasst, um als ernst gemeinter Beitrag zu geforderter Diskussionskultur
in linken Zusammenhängen zu gelten. Es gibt Grenzen! Wir diskutieren nicht
über einen Artikel, der zynisch und frauenverachtend ist und alle VergewaltigungsgegnerInnen
als in
fantil, lustfeindlich und dogmatisch bezeichnet.
Als die Veranstaltung beginnen sollte, zeigte eine FrauenLesben-Gruppe ihren Protest durch lautes Pfeifen, Klatschen und Lärmen, andere Personen schlossen sich spontan an. Nach ca. 5 Minuten, in denen die Veranstaltung wegen des Lärms nicht anfangen konnte, machten sich Leute über den Sicherungskasten an der Tür her, als Zeichen ihres Willens diese Veranstaltung nicht zuzulassen. Sofort kamen Personen aus dem Publikum und versuchten das Licht wieder anzumachen. In einer Konfrontation mit Schubsen, Drängeln und Brüllen taten sich Mitglieder von der AAB und der RAAL (Rote Antifa Aktion Leipzig) hervor. Ein Mitglied der AAB hatte Mundschutz und Bullenhandschuhe angezogen und fing an, gezielt auf die Köpfe der ProtestiererInnen an der Tür anzuschlagen. KeineR der ProtestiererInnen war irgendwie bewaffnet und das Kräfteverhältnis war 20 Bahamas-AnhängerInnen zu 7, die sich natürlich auch wehrten. Bei diesen Rangeleien, die mindesten 15 Minuten dauerten, wurden reichlich blaue Flecken verteilt.
Währenddessen wurden die Lärmenden ständig geschubst und verbal angegriffen mit Rufen wie Ausziehen!" (!!!) und Nazis raus!". Justus Werthmüller forderte das Publikum auf, die Protestierenden zu entfemen". An der Tür fielen Kommentare gegen Protestiererinnen wie fick dich...du Fotze" und scheiß Lesbe".
Wir haben die Veranstaltung verhindert. Falls sie wieder in Räumen stattfindet, wo FrauenLesben sich bewegen, werden wir es auch nächstes Mal tun.
Wir lassen nicht zu, daß feministische Grundsätze weiter demontiert werden.
Nein heißt
Nein!