THIS IS A LOVE SONG


Mit diesem Druckwerk möche sich die Bambule bei allen bedanken, die in letzter Zeit nicht zuletzt auch unseretwegen durch die Stadt zogen und versuchten, ihren Protest trotzt massiver Überpräsenz eines übermotivierten team green zunächst friedlich zu äußern. Da mag Ronny B. noch so lange seine Palastgarde aufmunternd tätscheln und sich an dem Gedanken ergötzen, doch am längeren Hebel oder Knüppel oder wie auch immer zu sitzen, da hat auch die Hofberichterstattung des Springer-Verlages mal wieder nur den bekannten Effekt, den Vernichtungsphantasien des deutschen Gartenzwergs eine Formulierung zu geben.

Die Demonstrationen der letzten Tage haben gezeigt, daß es sich in keiner Weise um geplante Krawallorgien „gewaltsüchtiger Terror-Chaoten" handelt, sondern um den legitimen Protest sozial marginalisierter Gruppen der ach so weltoffenen Hansestadt und Bewohnerinnen des Stadtteils, die es eben doch nervt, daß ein Dirty Harry auf 315 Euro Basis ihnen vorschreiben will, wie und mit wem sie in ihrem Viertel leben dürfen.

Die Strategie der freigeschalteten Knüppel, mit der der Senat versucht, den Protest in brauchbare „Bild"- Schlagzeilen zu transformieren, ist jedoch auch in unseren Augen lediglich die konsequente Fortführung einer Sozialpolitik, die nach der Gleichung „Abrissbirne = Frucht = Gesund" vorgeht.

Nicht zuletzt auch hier liegen die Ursachen für die Proteste der jüngeren Zeit. Der Innensenator, der versucht dies in Kurzinterviews zwischen zwei Lines dem öffentlichen Bewusstsein auszureden, während in seinen Mundwinkeln noch der Schaum der letzten autoritären Hasstiraden zu trocknen versucht, stellt in unseren Augen keine adäquate Verhandlungsperson dar. Deshalb schrien, schreien und werden wir weiterhin schreien: SCHILL OUT!

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THIS IS NOT A LOVE SONG

Und nun zu Euch, Jungs und Deerns im Hamburger Senat: Hunde die bellen beissen nicht, habt ihr Euch das gedacht? Ronny dem Pit-Bull flugs den Maulkorb abgenommen und jetzt alle Tollwut gekriegt? Oder seid ihr eigentlich ganz glücklich damit, daß der Unfug, den ihr noch so verzapft, nun hinter dem Shoot-Out zwischen Schill und der Vernunft von kaum jemand noch groß beachtet wird? Wahrscheinlich ist es doch wieder so wie immer: Unlängst Junger Union, schlagender Verbindung und Hände über der Bettdecke entronnen, nun unversehens in der Position, Vater Staat und Mutter Nation vom Zeckenbefall zu heilen.

„Das hat mir damals auch nicht geschadet" = Schlagstockeinsatz, egal gegen wen? Stubenarrest = ca. 350 friedliche Demonstrantinnen festgenommen?

Mutti kontrolliert das Zimmer = fortwährende Kontrolle der in Hamburg stehenden Wagen?

Demzufolge kann, wo sich autoritäre Zwangsvorstellungen und pathologischer Ordnungswahn zu diesem ekligen Ideenbrei vermengen, kein Platz für abweichende Lebensentwürfe sein. „Was nicht passt, wird passend gemacht" und sollte es dann immer noch nicht passen, fliegts halt aus der Spielzeugkiste. Ein konstruktiver Diskurs mit einem Senat, der durch seine Sparpolitik die Verelendung ganzer Bevölkerungsgruppen billigend in Kauf nimmt, hieße die strukturelle und physische Gewalt, die von dieser Politik ausgeht, zu akzeptieren. Wir werden daher weiterhin unseren Protest auf die Straße tragen. Dem Senat sei es jedoch überlassen, sich eine Erklärung für den Zusammenhang von leeren Haushaltskassen und teuren, unnötigen Polizeieinsätzen zu überlegen. Unseren Berechnungen zufolge hätten die Kosten nur eines! der protzigen Polizeieinsätze gereicht, um allen Hamburger Bauwagenplätzen ein gepflegtes äusseres inclusive sanitärer Einrichtungen und einer Jahresration Seife zu spendieren. Unsere Forderung ist und bleibt:

BAMBULE ZURÜCK INS KARO!

RÜCKTRITT DES INKOMPETENTEN HAMBURGER SENATS!

REICHTUM GEMEINSAM VERFRÜHSTÜCKEN!