
Mo. 14.
4. 20:00 Uhr Alhambra
Für den biederen Angestellten Weber bricht die geordnete Welt zusammen, als aus heiterem Himmel sein Identitäts-Chip nicht mehr funktioniert. In Mega City im Jahr 2222 ist er damit illegal und hochgefährdet. Die naive Joy hält es währenddessen im friedvollen Autarkia nicht mehr aus und durchstreift die Sektoren des Stadtstaates auf der Suche nachPunk und Abenteuer. Der geheimnisvolle Rohstoff, den sie als Tauschmittel dabei hat, sorgt sowohl in der Unterwelt, als auch im Zentrum der Macht für Aufsehen.Schließlich entwirft der machtgierige Herrscher Destroy Roy einen Plan zur Ausbeutung und Zerstörung Autarkias. Joy versucht den teuflischen Plan zu verhindern. Sie findet in der erfahrenen Untergrund-Queen Dizzy eine Komplizin. Doch Weber, der sich notgedrungen beiden angeschlossen, lockt die Prämie für Destroy Roy`s geklautes Ballettkleid. Verrat, Gehirnwäsche, Sinnlose Brutalität und ein enthemmmter Herrscher, der den Kriegs zustand ausruft verheissen kein gutes Ende. Zum ersten Mal im Leben hat Weber die Freiheit, nach seinem Gewissen zu entscheiden. Mit Comic- und ScienceFiction-Elementen, Witz, Tempo, Trash und Spielfreude haben „Revolte Springen“ ein „fröhliches Kleinkunstpunk-Musiktheater-Suspektakel“ entwickelt, daß an deutlichen Anspielungen auf derzeitge Machstrukturen nicht spart.
Selbstdarstellung
Wir sind ein Projekt
von Leuten, die Theater und Musik machen, bzw. eben beides miteinander verbinden.
Unsere Motivation ist der Spaß an der Sache und die Einschätzung,
daß eine Kultur, wie wir sie machen, ein ideales Mittel ist, um auch politischen
Anliegen eine Form und einen Ausdruck zu verleihe.
Wir verbinden mit REVOLTE SPRINGEN keinerlei kommerzielles Interesse, will heißen:
die Brötchen verdient sich jede/r von uns auf eine andere Art und Weise.
Wir sind bundesweit organisiert mit einem Schwerpunkt von Leuten in Berlin.
Derzeit sind wir etwa 15 Revoltierende.
Unser politisches „zu Hause“ ist grob gesagt die außerparlamentarische
Linke irgendwo zwischen Menschenrechten und Chaotengeschichten, zwischen Antimilita
rismus und Antifa, zwischen Sekt und Selters. Kulturell liegen die Wurzeln bei
vielen in der politischen Straßenmusik mit Ausflügen zum Punk oder
zum Trash - Theater. Wir sind ein bunter Haufen von Individuen mit extrem verschiedenen
Lebensläufen. Dieser Haufen ist völlig heterogen. Wir versuchen nicht
zu vereinheitlichen, sondern Erfahrungen, Wissen und Gefühle kollektiv
auszudrücken. Unsere Stärke ist die Verschiedenheit. Die Verschiedenheit
ist unsere Homogenität.
Unser erstes Zusammentreffen fand im Februar 2001 statt. Dort entwickelten wir
ein Programm, was sich hauptsächlich aus gesungenen Songs in verschiedenen
Besetzungen speiste, als auch aus kleinen gesprochenen „Kabaretteinlagen“.
Mit diesem Programm sind wir im Spätsommer 2001 durch linke Zentren getingelt,
hatten relativ viel Publikum und Zuspruch. Am Ende der Tour blieb einiges an
Geld übrig, die wir für Göteborg - Prozesse und für indymedia
spendeten. Im Jahr 2002 gab es schon zwei einwöchige Arbeitstreffen und
eine 2wöchige Straßenmusiktour in kleine Besetzung durch österreich.
Seit dem letzten Treffen sind wir intensiv dabei, ein Musical auf die Beine
zu stellen. Die Story ist weitesgehend fertig mittlerweile, erste Szenen improvisiert
und erste Songs auch schon auf dem Papier. Der Titel steht auch schon fest:
FREIHEIT SATT! Im April 2003 ist eine Tour geplant, intensive Probephasen stehen
uns jetzt bevor.
Inhaltlich geht es um zugespitzte Zustände in einer Stadt im Jahre 2222.
Die bestehende Ordnung ist hart, brutal und oft einfach nur von Willkür
geprägt. Die totale überwachung hat trotzdem ihre Sicherheitslücken.
In diesen Lücken pulsiert Leben. Es gibt extreme Hierarchien und die latente
Gefahr der Abschiebung und zwar für jeden und jede. Ob Abschiebung Tod
oder „nur“ neue Gefahren oder Armut bedeutet, bleibt offen. Abschottung,
Krieg, Zivilisation. Das Leben funktioniert technisch gesehen nur über
eine Karte. Jede/r hat so eine Karte oder sollte sie haben. Sie ist Schlüssel,
Zahlungsmittel, Identitätsnachweis, Telefonkarte und Informations zugangsmöglichkeit
in einem. Ohne Karte geht fast nichts, mit eingeschränkter Karte nur wenig.
Die Menschen innerhalb dieses Systems treffen täglich Entscheidungen. Diese
Entscheidungen sind Dreh- und Angelpunkt der Story.
REVOLTE SPRINGEN im Nov.2002 www.revolte-springen.de