Werkstattfilm e.V. Oldenburg lädt ein zur Eröffnung der Ausstellung

„Ein offenes Geheimnis-
`Arisierung` in Alltag und Wirtschaft zwischen 1933 und 1945 in Oldenburg und dem Oldenburger Land"

am Freitag, 27.04. 2001 19.00 Uhr in der Halle am Steinweg in Oldenburg (hinter dem PFL)

Am Freitag, den 27. April 2001 um 19.00 Uhr eröffnet die Ausstellung „Ein offenes Geheimnis- `Arisierung` in Alltag und Wirtschaft zwischen 1933 und 1945 in Oldenburg und dem Oldenburger Land" in der Halle am Steinweg. Gezeigt wird ein bisher kaum aufgearbeitetes Kapitel der Geschichte des Nationalsozialismus in Oldenburg: Die „Arisierung" von Geschäften, Gewerbebetrieben, des Vermögens und des Besitzes ehemaliger Oldenburger Juden. Die Ausstellung dokumentiert die vielfältigen staatlichen und gesellschaftlichen Handlungen, die den Prozess der „Arisierung" ermöglichten. Am Beispiel der Geschichte einiger Oldenburger Juden wird exemplarisch die Geschichte ihrer Ausgrenzung aus der Gesellschaft nachgezeichnet. Der Raub ihres Vermögens, die Flucht aus Deutschland und die spätere Deportation und Vernichtung gehören zu den zentralen Themen.

Am Prozess der „Arisierung" war die deutsche Gesellschaft in vielfältiger Weise beteiligt und profitierte von den Vermögensübertragungen. Die Bereicherung am jüdischen Eigentum war kein Geheimnis. Es waren „arische" Geschäftsleute und Konkurrenten, Angestellte, Kunden und Gläubiger, die einen aktiven Anteil am Verlauf und Umfang der Vermögensübertragungen hatten. Viele jüdische Geschäfts- und Betriebsinhaber wurden durch antisemitische Hetze und Boykottierung dazu gedrängt, ihre Betriebe aufzugeben oder an „arische" Konkurrenten meist unter Preis zu verkaufen.

1996 begannen die Recherchen zum Thema „`Arisierung` in Alltag und Wirtschaft in Oldenburg und dem Oldenburger Land 1933 bis 1945". Seitdem sind zahlreiche Akten eingesehen und viele Interviews geführt worden. Erst in den 1990er Jahren wendete die historische Forschung vermehrt ihren Blick auf die „Arisierung" jüdischen Eigentums in der Zeit des nationalsozialistischen Deutschlands. Seitdem sind zahlreiche Studien aus Göttingen, Hamburg, Marburg, Münster oder Düsseldorf entstanden, die überall in Deutschland die Enteignung und den Raub jüdischen Vermögens zwischen 1933 und 1945 zum Thema machten. Ein Grund dafür, dass die Geschichte der „Arisierung" erst jetzt aufgearbeitet wird, ist, dass sich hier die konkrete Beteiligung und der damit verbundene Profit zeigt, den viele Familien und Institutionen durch die Geschäftsübernahmen und Möbelkäufe, Haus- und Grundstückserwerbungen etc. gehabt haben.

Im Rahmen der Ausstellung gibt es ein breites Begleitprogramm, das im Mai stattfinden wird. Nähere Informationen zu den Veranstaltungen gibt es in der Maiausgabe der Alhambrazeitung.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Mi., Do. 10-18 Uhr, Fr., Sa. u. So. 10-19 Uhr

Kontakt: Werkstattfilm e.V., Schützenweg 93a, 26129 Oldenburg, Tel.: 12180

Unterstützt durch LAGS Niedersachsen