Dokumentation
Hakenkrallenanschläge gegen Deutsche Bahn
entnommen aus Interim Nr. 505
Wir haben heute in mehreren Bundesländern Hakenkrallen in die Oberleitungen der Deutschen Bahr- eingehängt
Warum?
Seit einigen Jahren wird in Hannover emsig die Weltausstellung EXPO 2000 vorbereitet. Waehrend sich die meisten Menschen hierunter wahrscheinlich etwas aehnlich Harmloses vorstellen, wie das Aufstellen von Eifeltuermen oder von Denkmaelern die dem Atomium in Bruessel aehnlich sind, ist es in Wirklichkeit eine Propagandashow der weitweit enthemmten Marktwirtschaft.
Als die EXPO 1958 in Bruessel stattfand, klang der Welt noch das Droehnen der Atombomben von Hiroshima nach. Mit dem harmlosen Atomium sollte der Weltbevoelkerung vorgegaukelt werden, dass auch eine friedliche und voellig ungefaehrliche Nutzung der Atomenergie moeglich ist. Wohin wir damit gekommen sind, koennen uns die Tauben von Sellafield erzaehlen oder die Kinder aus Jugoslawien, die mit uranangereicherten Bombentruenunern spielen duerfen.
Auf der EXPO werden sich die Industrienationen mit jedem erdenklichen High-Tech praesentieren, um diese angeblichen Segnungen der Bevoelkerung in den Metropolen und den aermeren Staaten aufzudraengen. Vom interaktiven TV-shopping ueber den Transrapid bis zur online webcam-based Bombardierung feindlicher Gesinnungen, wird die EXPO ein Schaufenster des Kapitalismus sein, das sich ohne Alternativen darstellen will. Die Zerstoerung der menschlichen Lebensgrundlagen wird zum Programm erhoben im Namen des ungezuegeltenm Wachstums einiger weniger. Gleichzeitig soll Glauben gemacht werden, dass es Reperaturmoeglichkeiten gibt a la Gen- und Biotechnologie. Diese werden uns verkauft, um angeblich den Hunger auf der Welt zu minimieren, dabei war Hunger noch nie eine Frage der Knappheit von Lebensrnitteln, sondern eines der Verteilung der Ressourcen. In einer Zeit, in der der Kapitalismus scheinbar keine Legitimitaetsprobleme hat, will er sich selbst feiern, darstellen und jegliche Widersprueche ausklammern. Sogar viele NGO's haben sich ihre Kritik abkaufen lassen und sind Teil der schoenen neuen Welt der EXPO, der kapitalistischen one world. Den Hintergrund bietet hierfuer die Bundesrepublik Deutschland, eines der reichsten Laender der Welt, dass sich nicht eben mit Humanitaet, Demokratie oder oekologisch verantwortlichem Handeln als Aushaengeschild schmuecken kann. Alle High-Tech-Unternehmen von der Atomindustrie bis zu Gen- und Bioindustrie werden eine gigantische milliardenteure Propagandashow abziehen, bei der die Menschen zu deren Vorteil das angeblich alles gedacht war, allenfalls die Rolle zustimmend gackernden Federviehs hat. Jede Opposition gilt nur nach als stoerende Masse beim Vollzug der Marktwirtschaft.
Wenn das Federvieh nicht der staatlich genehmen Meinung ist, wird es aus der Werbemaschine bombardiert, und wenn das auch nicht hilft, schlicht ignoriert.
Bei einer Buergerbefragung der Einwohner Hannovers 1992 waren trotz eines millionenschweren Werbefeldzuges der EXPO-GnbH nur 51,5% der Befragten fuer die Durchfuehrung der EXPO. Demokratische oder sonstige Legitimation zaehlen nichts in einen System, dass sich vom Faustrecht lediglich in der Wahl der Mittel unterscheidet. Daran hat sich auch nichts geaendert, nachdem die korruptesten Elemente der Bundesrepublik in die EXPO Leitung gerufen wurden. Nachdem die Ex-Treuhandchefin Birgit Breuel erfolgreich die kuemmerlichen Ueberreste realsozialistischer Misswirtschaft verschleudert hat und sich und ihresgleichen an abermillionen Bestechungsgeldern bereichern, darf sie seit einigen Jahren die kriminellen Geschaefte der EXPO GmbH fuehren.
Anfaenglich war das Wahrzeichen der EXPO 2000 eine grosse Doppelhelix, die dem DNS-Stranq des Zellkerns nachempfunden ist. Es geht darum, die Akzeptanz fuer die Segnungen" der Gen- und Biotechnologie zu erhoehen.
In fast allen europaeischen Laendern und zunehmend auch in der USA waechst der Widerstand gegen Technologien, deren Ziel die Inbesitznahme von allen Tier- und Pflanzenformen ist. Das funktioniert so, das neue Tiere und Pflanzen geklont werden, die anschliessend patentiert werden und damit Eigentum der Genmultis sind. Der naechste Schritt ist vorhersehbar und an ihm wird bereits heftig geforscht: die Klonung von Menschen ist technisch bereits moeglich. Und wem gehoeren dann die Klone?
Wer morgen einem Siemens-Klon in die Fresse haut, soll uebermorgen wegen Sachbeschaedigung dran sein. Das ist die Schoene Neue Welt auf die uns die EXPO 2000 vorbereiten soll.
Aber jede High-Tech-Loesung hat auch ihre Schwachstellen....
Wir haben getreu dem EXPO- Motto Mensch-Natur-Technik" versucht, ein wenig Sand in das Getriebe dieser Propagandashow zu streuen. Nicht mit High-Tech sondern mit solidem Handwerk haben wir in die komplizierten Ablaeufe der EXPO-Zubringer eingegriffen, Auch aus Seattle, Davos und London war diese Stimme in den letzten Monaten immer wieder zu hoeren. Auch wenn wir den Kapitalismus hiermit nicht zu Fall bringen werden, sollen doch die Reichen und Superreichen wissen, dass sie mit ihrer Brutalitaet und Arroganz nicht mit der Dankbarkeit der Unterdrueckten zu rechnen haben.
Im Gegensatz zu den menschenverachtenden Verhaltensweisen der High-Tech-Multis, haben wir mit unserer Aktion keine Menschenleben gefaehrdet. Gewisse Unanehmlichkeiten lassen sich bei widerstaendischen Aktionen allerdings nicht nur nicht vermeiden, sie werden im Gegenteil absichtlich in Kauf genommen. Sie sind geeignet aufzuruetteln, auch wenn sich die mittelbar Betroffenen vielleicht aergern, nicht puenktlich zu sein. So kann dies doch Zeit zum Nachdenken sein und vielleicht etwas Müsse um ueber die Entdeckung der Langsamkeit nachzudenken?. Unsere Aktion richtet sich ausdruecklich gegen die Deutsche Bahn, die als High-Tech-Promotor sich jeder gesellschaftlichen Verantwortung zu entziehen versucht, mit dem Hinweis, sie muesse als privatwirtschaftliches Unternehmen sehen wo sie bleibt. Ganz unsere Meinung: solange die Bahn mit an der Nuclear Cargo Service und am
Transrapid beteiligt ist, werden gelegentliche Beschaedigungen, Verspaetungen und Imageeinbrueche die Folge sein. Die Bahn - Official Carrier der Expo 2000 - ist ein unverzichtbares Element fuer die Durchfuehrung der EXPO. Noch bis vor drei Jahren war sogar der Bau einer eigenen milliardenteuren Transrapidstrecke Hamburg-Hannover in Planung. Auch hier waere der Fahrpreis kaum bezahlbar gewesen, wenn der Transrapid haette kostendeckend arbeiten sollen. Die Planung wurde eingestellt. Nicht so beim neugebauten Zubringer Barcelona-Sevilla der fuer die EXPO in Sevilla gebaut wurde. Er fuhr fast immer leer, denn der Fahrpreis war gleich dem Flugpreis.
Die Logistik fuer die Befoerderung der angeblich gigantischen Besucherinnenmassen wird von den Bahnchefs gerne zur Verfuegung gestellt. Und warum? Die Preise fuer die Zeit der EXPO werden ausdruecklich fuer diejenigen erhoeht, die zu dieser Messe gar nicht erst hinwollen. So ist ab Berlin ein Zuschlag von 24.-DM vom 1.6. -31.10 vorgesehen, es sei denn mensch erwirbt sich gleich eine Eintrittskarte fuer die Schweineshow dann darf es der normale Preis sein.
Wir verstehen unsere Aktion ausdruecklich als Beitrag zu den Verhinderungsaktionen gegen die Eroeffnung der EXPO und hoffen, dass viele tausend Menschen dort die Verhaeltnisse zum Tanzen bringen. Wir wollen hiermit ausserdem der Bahn ein Warnsignal vermitteln: der naechste Castor kommt bestimmt !
Gruesse an Axel, Harald und Sabine. Auch Hightech ist nicht hämmerfest
Autonome Gruppen Gruene Jugend Hannover