
..:: [struktureller rassismus in der nwz ].
Am 3. und 4. Juli dieses Jahres veröffentlichte die NWZ zwei Artikel zum Thema Drogenhandel am Stau. In diesen Artikeln wird insgesamt 18 Mal auf die ethnische Herkunft der Verdächtigen hingewiesen, obwohl dieser Zusammenhang nicht nötig ist, um den Sachverhalt angemessen darzustellen. Wortketten wie etwa “Asylbewerber” - “Drogendealer” - “Schwarzafrikaner” bestimmen das Bild der Artikel. Schwere Anschuldigungen - wie etwa die, Drogen an Minderjährige zu verkaufen - werden von der NWZ, obwohl nicht nachgewiesen, als Tatsachen präsentiert. Außerdem wird dabei durch die Preisgabe persönlicher Daten (Wohnort, Alter, Herkunftsland) das Persönlichkeitsrecht verletzt.
Der Journalist der Lokalredaktion unterlässt es dabei mehrfach Vermutungen als solche kenntlich zu machen bzw. ihren Wahrheitsgehalt durch eigene Recherche zu überprüfen. Grundlage bleibt die verkürzte Darstellung des Polizeiberichts. Hinzu kommt noch die wiederholte Nennung der Meldeadresse, der ZAAB Blankenburg. Laut dem Pressekodex genießen der private Wohnsitz sowie andere Orte der privaten Niederlassung besonderen Schutz. Dies sollte besonders für Flüchtlingsunterbringungen gelten, da diese in Deutschland immer wieder Ziel terroristischer Angriffe von Brandstiftung bis zum Mord sind, was die aktuellen Geschehnisse in Mügeln leider noch einmal gezeigt haben. Diese Art der Berichterstattung könnte durch die wiederholte Angabe der Meldeadresse einen Angriff auf den Wohnort der Verdächtigen provozieren. Diese beiden Artikel sind jedoch weniger Einzelfall als die Regel in der Berichterstattung der NWZ.
Um sich mit diesen Fragen zu beschäftigen hatte das Antirassismus-Referat des AStA und das antirassistische Plenum Oldenburg/Blankenburg am 11. September um 20 Uhr im PFL zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion eingeladen. Die Resonanz war überraschend gut. Etwa 80 Interessierte besuchten die Veranstaltung und beteiligten sich mit überwiegend NWZ-kritischen Beiträgen rege an der Diskussion. Außerdem waren in der Pause Bilder aus dem Alltagsleben im Abschiebelager Blankenburg zu sehen.
Vorgetragen hat zunächst Drs. Francois L. Meyer von der C.v.O. Universtät Oldenburg, der sich allgemein mit der Produktion rassistischer Stereotype in der Medienlandschaft und ihrer Wirkung auseinandersetzte. Im Anschluss haben sich die OrganisatorInnen ausgehend mit den oben angesprochenen Fragen mit der Berichterstattung der NWZ beschäftigt. Die NWZ spielt eine extrem zentrale Rolle in der Medienlandschaft Oldenburgs - die geschätzte LeserInnenzahl beträgt etwa 105.000 in der Stadt Oldenburg. Insofern ist auch die Auseinandersetzung und die Kritik an ihrer Berichterstattung für das politische Leben in Oldenburg von großem Interesse. Die Schlussfolgerung des differenzierten und anschaulich begründeten Vortrags über die Berichterstattung der NWZ fiel erwartungsgemäß hart aus.
...demnächst mehr dazu, in Form einer Broschüre, die als
-datei bald hier gibt....
P.S.: Die Rechtshilfe Oldenburg hat der NWZ mehrfach einen Verstoß gegen den Pressekodex nachgewiesen. Hier findet ihr eins der Antwortschreiben indem der NWZ eine Rüge erteilt wird, bzgl. der Berichterstattung während des Streiks.