
..::[Materialien zum Streik]
Hier ein paar Flugblätter aus der Streikzeit und danach:
Zum Rundgang zu den verschiedenen Oldenburger Institutionen
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Zu den Aktionen an der Uni, hier
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Und zu den Busaktionen für kostenlose Busnutzung für Flüchtlinge und Arbietslose
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[Rede vom 1. Mai zu den Folgen des Streiks,die neue Zusammenarbeit und die Hoffnung auf die Vernetzung der Kämpfe]
Im Oktober haben wir Flüchtlinge aus Blankenburg gestreikt, weil die Lebensbedingungen für uns AsylbewerberInnen miserabel sind. Die ganze Scheiße, die uns begegnet, wie z.B. rassistische Sprüche, die wir täglich hören, die uns aufgezwungene Isolation oder die ständige Angst vor der Abschiebung haben dazu geführt, dass wir auf die Straße gehen und laut aufschreien gegen dieses System und diese Politik der Autoritäten.
Als letzten Oktober nach den Antilagertagen auf einmal der Streik der 200 Leute aus Blankenburg losging, waren wir mehr als überrascht und euphorisch. Auch wenn es genau das war, worauf wir lange gehofft hatten, hatten wir nicht damit gerechnet. Auch nicht damit, dass auf einmal aus allen Ecken konkrete Solidarität kam. Leute haben Essen und Geld rangeregelt, Sachen organisiert, Lautis geschoben, Transis gemalt usw. Viele hier werden sich wahrscheinlich gut an diese Zeit erinnern können.
Der Streik der 200 BewohnerInnen des Lagers wurde von unglaublich vielen Menschen und Gruppen getragen und wir haben etwas Großartiges gemeinsam geschafft. Zumindest, dass die Realität der systematisch entwürdigenden Lagerunterbringung heute aus dem Schattendasein ins Bewusstsein der Leute in Oldenburg getreten ist. Aber vor allem hat der Streik die Isolation ein Stück weit aufgebrochen: die politische Zusammenarbeit hält bis heute an, das Alhambra ist zu einem gemeinsamen Ort geworden, wo nicht nur gearbeitet, sondern auch zusammen gefeiert wird.
Wir kämpfen gegen Lager, in denen wir Flüchtlinge gezwungen sind über Jahre zu leben, um danach abgeschoben zu werden. Unser Kampf richtet sich nicht nur gegen das Lager vor den Toren Oldenburgs, denn dieses Lager ist ein Ausdruck des europäischen Migrationsregimes. Letztendlich richtet sich der Kampf also gegen ein System, das die Menschen in Verwertbare und Überflüssige unterteilt. Überflüssige sind dabei nicht nur Flüchtlinge und MigrantInnen, sondern auch Obdachlose, Erwerbslose, oder einfach alle, die sich der kapitalistischen Verwertungslogik nicht unterwerfen können oder wollen.
An diesem 1. Mai sind wir viele, um gegen diese Politik und dieses System zu protestieren. Verschiedene soziale Kämpfe sind hier gemeinsam auf der Straße. FeministInnen, AntifaschistInnen, WagenburglerInnen, Erwerbslosenorganisationen, usw.
Die Idee bewegungsübergreifende Kämpfe zu organisieren steht auch im Mittelpunkt der Aktionen Ende Mai in Oldenburg. Da werden unterschiedliche Flüchtlingsselbstorganisationen, die Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen und Obdachlosen-, Erwerbslosen- und Papierlosenorganisationen aus den europäischen Märschen zusammen treffen und gemeinsam auf die Straße gehen.
In der Gleichzeitigkeit der Kämpfe liegt unsere Kraft!
Lager abreißen!
Aufruhr gegen die Pisser!
Alles für alle und zwar umsonst!
[antira ol/bl]