Do. 7.11. 2013 19:30 Uhr Alhambra

Widerstand und gelebte Utopie
Frauenguerilla, Frauenbefreiung, basisdemokratische Frauenstrukturen
in Kurdistan

Als erstes gemeinsam mit den Genossen gegen den gemeinsamen Gegner, die NATO Armee der Türkei, als zweites gegen mögliche patriarchale Herrschaftsansprüche der Genossen. Als drittes und dies ist der entscheidende Punkt, müssen Frauen in der Frauenbewegung selbst, durch Kritik und Selbstkritik gegen die eigene Sozialisation kämpfen.“

(Kurdische Frauenbewegung)

In vielen Befreiungskämpfen wurden Frauen, als diese beendet wurden, wieder in ihre alte Rolle zurückgedrängt. In Europa erleben Frauenkämpfe ein Rollback, die Geschlechterfrage ist nur scheinbar gelöst. Doch im Mittleren Osten, der vielfach mit Frauenunterdrückung und Islamisierung in Verbindung gebracht wird, wird weltweit seit Anfang der 1990er Jahre die erste Frauenarmee aufgebaut, Frauen werden als die Vorkämpferinnen der Bewegung angesehen, sie organisieren sich basisdemokratisch in Frauenräten und auf allen Ebenen. Die kurdische Bewegung sieht die führende Rolle der Frauenbewegung als Garantie für eine Demokratisierung von unten an, um das Patriarchat zu überwinden und eine freie Gesellschaft jenseits von staatlichen‚ Strukturen aufzubauen.

Seit 2005 gibt es Bemühungen das System des demokratischen Konföderalismus praktisch umzusetzen. Heute findet man auf lokaler und kommunaler Ebene neben gemischten auch viele Frauenräte. In diesen lernen die Kurdinnen und Kurden sich an dem Ort und Platz an dem sie leben selbst zu organisieren und zu verwalten. Natürlich ist dies mit sehr vielen Problemen verbunden. Abgesehen von den Repressalien der regionalen Besatzermächte wie der Türkei, dem Iran, Irak und Syrien und internationaler Kräfte liegen die Schwierigkeiten darin, das Neue, das Ungewohnte, umzusetzen. Viel muss noch gelernt und alte Strukturen und Werte überwunden werden.

Die Referentinnen: Annett Bender ist Mitarbeiterin der Informationsstelle Kurdistan und hat an vielen Delegationen und Frauenreisen nach Kurdistan teilgenommen. Sie wird über die basisdemokratische Organisierung der Frauen in der Zivilgesellschaft berichten, u.a. in Frauenräten, Frauenprojekten etc.

Anja Flach war in den 1990er Jahren zwei Jahre Mitglied der Frauenarmee in Kurdistan und hat u.a. zwei Bücher dazu veröffentlicht. Sie wird über die kurdische Frauenguerilla berichten.

roni

 

Eine Veranstaltung des Infoladen roter strumpf
in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen
unterstützt vom Feministischen Referat der C.v.O. Uni Oldenburg